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Schwerer Unfall in Niedersachsen Schülergruppe verunglückt in Reisebus


Der Bus ist an seiner rechten Seite aufgerissen. Auf der Fahrbahn der A 28 liegen Sitze, Infusionsflaschen, Decken, Butterbrotdosen und Schals. Ein Ausflug endet für Kinder aus Niedersachsen als Tragödie. 13 Menschen wurden verletzt, eine Mutter starb.

Ein Ausflug im Bus ist für eine Schülergruppe aus Niedersachsen zur Schreckensfahrt mit 14 Verletzten geworden. Ihr Reisebus donnerte am Donnerstag an einer Baustelle der A 28 bei Apen in einen stehenden Sicherungslaster. Der Bus wurde an der Seite bis zur hinteren Tür aufgerissen. Neun Schüler im Alter ab 12 Jahren wurden verletzt, außerdem ein Vater, zwei Lehrerinnen und der Fahrer. Eine Mutter erlag am Abend ihren schweren Verletzungen. Der Zustand der anderen Frauen sei kritisch, sagte eine Polizeisprecherin. Der Busfahrer erlitt einen Schock und konnte nicht befragt werden. Die Ursache für den Zusammenstoß war zunächst unklar.

Die Ausflugsgruppe aus Hage im Landkreis Aurich ist auf dem Weg zu einer Reitveranstaltung in Oldenburg, als es gegen 9.30 Uhr an einer Tagesbaustelle zum Unglück kommt. In dem Bus sind 28 Menschen, 23 davon Schüler. Am Unfallort bietet sich sofort ein Bild der Verwüstung. Überall liegen Metall- und Glassplitter.

"Es sieht sehr schlimm aus"

Direkt nach dem Unglück sind drei Rettungshubschrauber und mehr als ein halbes Dutzend Rettungswagen im Einsatz. Die Autobahn wird in beide Richtungen voll gesperrt und erst am Nachmittag wieder freigegeben. Alle Umleitungsstrecken sind nach Angaben der Polizei völlig überlastet. Auch dort sei es zu Unfällen gekommen.

"Es sieht sehr schlimm aus", sagt eine Augenzeugin später am Unglücksort. Auf der Fahrbahn liegen Sitze des Busses, Decken, Tücher und Infusionsflaschen. Einige Menschen stehen unter Schock. Am Mittag sind alle Schüler aus dem Buswrack geborgen. Sie werden in Kliniken der Umgebung von Ärzten und Notfallseelsorgern betreut.

Zwischenzeitliche Berichte, eine der Begleiterinnen sei tödlich verletzt worden, bestätigten sich nach Polizeiangaben nicht. Die Meldungen über die Zahl der Verletzten und über die Altersangaben ändern sich im Laufe des Tages immer wieder.

Keine Angaben zum Fahrer des Unglücksbusses

"Es ist schlimm, dass ein Schulausflug so tragisch, so dramatisch enden kann", sagt Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann. "In unseren Gedanken sind wir bei den schwer verletzten Schülern und Begleitpersonen, bei den vielen Verletzten und Angehörigen." Es sei ein Kriseninterventionsteam der Landesschulbehörde entsandt worden. Auch beim Busunternehmer "Jacobs Reisedienst" heißt es: "Wir sind zutiefst bestürzt." Nähere Angaben auch über den Fahrer des Unfallbusses will das Unternehmen zunächst nicht machen.

Nach dem Unglück sind auch viele Menschen in Hage geschockt. "Wir haben das mit Bestürzung aufgenommen", sagt Vertretungs-Bürgermeister Johann Schoolmann der Nachrichtenagentur dpa. Die Schule und die Eltern sind informiert. "Es ist unsere Schule, wir warten weiter auf Informationen."

Riesiges Glück haben fünf Arbeiter, die an der Tagesbaustelle nahe dem Unfallort Bäume beschneiden. Erst habe der Bus den 20 Tonnen schweren Sicherungslaster gerammt. Dann schob er ihn nach Angaben des Leiters der Autobahnmeisterei Leer, Dietmar Hitz, 50 Meter weit nach vorne und dann in einen Graben. Der Unfallbus selbst kommt erst 80 Meter nach dem Zusammenprall zum Stehen - ganz in der Nähe der Arbeiter.

Von Oliver Pietschmann/Vera Jansen/DPA DPA

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