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Badeunfall in Spanien Tod in Hotelpool: Alle drei Familienmitglieder konnten laut Mutter schwimmen

Zivilschutztaucher arbeiten an einem Schwimmbad in der Ferienanlage Club La Costa World in der Nähe von Malaga.
Der Hotelpool der Ferienanlage Club La Costa World in der Nähe von Malaga. Hier waren an Heiligabend drei Mitglieder einer britisch-amerikanischen Familie ertrunken.
© AP / DPA
An Heiligabend ertranken drei Mitglieder einer britischen Familie in einem Hotelpool in Spanien. Die Polizei erklärte später, keiner von ihnen konnte schwimmen. Dem widerspricht jetzt die Mutter - und heizt dadurch neue Spekulationen an.

Der Polizei zufolge handelte es sich um einen "tragischen, von fehlenden Schwimmkenntnissen verursachten Unfall". An Heiligabend ertrank ein neunjähriges Mädchen im spanischen Mijas unweit von Málaga vor den Augen ihrer Familie in einem Hotelpool. Ihr Vater und ihr Bruder kamen bei dem Versuch sie zu retten ebenfalls ums Leben. Doch die Mutter hat der Darstellung der spanischen Behörden widersprochen, wonach ihre ertrunkenen Familienmitglieder nicht schwimmen konnten. Nur sie und ein drittes Kind überlebten das Unglück.

Die britisch-amerikanischen Familie war bereits seit mehreren Tagen im Urlaubsort. Am besagten Dienstag spielten die drei Geschwister gegen 13.30 Uhr kurz vor der Bescherung alleine im Pool. Die Eltern hätten in der Nähe ein Sonnenbad genossen, ließ die Polizei wissen. Aufgrund relativ kühler Temperaturen hätten sich zu dem Zeitpunkt sonst kaum Gäste in der Nähe des Pools aufgehalten.

Nach den Aussagen der 14-Jährigen bei der Polizeibefragung rutschte die Kleine beim Spielen im Wasser plötzlich aus und geriet in den tiefen Bereich des Pools. Der ist gut zwei Meter tief, wie ein Hotelangestellter der DPA berichtete. Daraufhin seien zunächst der Bruder, 16, und kurz danach der Vater, 53, ins Wasser gesprungen. Alle drei konnten nur tot geborgen werden. 

Spekulationen um defekte Pumpe

Der Vater und der Bruder waren beide etwa 1,90 Meter groß und wirkten nach Zeugenaussagen topfit. Lange Zeit war daher spekuliert worden, eine defekte Pool-Pumpe könne die Tragödie verursacht haben. 

Die Guardia Civil teilte mit, Taucher hätten die Badekappe des Mädchens aus der Pumpe geholt. Jedoch seien bei einer eingehenden Inspektion des Pools "überhaupt keine Unregelmäßigkeiten" entdeckt worden. Unter anderem sei auch das Wasser des Pools untersucht worden. Bei der Autopsie der Leichen wurde nach Polizeiangaben zudem Ertrinken in allen drei Fällen zweifelsfrei als Todesursache festgestellt. Keine der Leichen weise verdächtige Verletzungen oder Anzeichen einer Vergiftung etwa durch Chlor auf, sagte ein Polizeisprecher.

Vater springt in Pool, um sein Baby zu retten

Die Mutter besteht jedoch darauf, dass "etwas nicht in Ordnung war mit dem Pool, was ihnen zu diesem Zeitpunkt das Schwimmen erschwert hat", wie es in einer Mitteilung an britische Medien am späten Freitagabend hieß. Das Hotel bestreitet das.

jek DPA

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