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Mit der Digitalkamera unterwegs, Teil 2: So sehen Häuser richtig gut aus

In Teil zwei der stern.de-Reihe mit Tipps für bessere Urlaubsfotos wird erklärt, wie man von berühmten Bauwerken, modernen Bürogebäuden sowie Museen und Kirchen gute Bilder macht.

Von Michael Hennemann

Ob Architektur, Menschen oder Veranstaltungen - Städte und Dörfer bieten auf überschaubarem Raum vielfältige Fotomöglichkeiten, die oft charakteristisch für ein ganzes Land sind.

Eine gute Möglichkeit, um sich einen schnellen Überblick über die Fülle der potenziellen Fotomotive zu verschaffen, sind die in jeder größeren Stadt dieser Welt angebotenen Stadtrundfahrten. Die Fotomöglichkeiten sind aber sehr begrenzt, denn zum einen sind die Stopps an den einzelnen Punkten nur sehr kurz, zum anderen finden solche Rundfahrten meist tagsüber statt und bieten somit nicht die besten Lichtbedingungen. Die bessere Alternative ist es, sich mittels Postkarten und Fotos aus Reiseführern und Reiseprospekten die beliebten Motive herauszusuchen und auf einem Stadtplan eine eigene Route zu markieren, die dann mit dem Taxi oder einem Fahrrad "abgeklappert" wird. Ob Hamburger Michel, Eiffelturm in Paris oder Freiheitsstatue in New York, jede Stadt hat einige herausragende Sehenswürdigkeiten, die nicht nur ein Muss für jeden Touristen sind, sondern auch in keiner Reisereportage über das entsprechende Land fehlen dürfen.

Das Schwierige bei diesen Motiven: Sie sind millionenfach abgelichtet, und die Fotos sind allgegenwärtig in Büchern, Kalendern und auf Postkarten. Die herausragenden Sehenswürdigkeiten sind daher oft nicht leicht zu fotografieren, aber dennoch lohnenswert. Nehmen Sie bekannte, bereits abgedruckte Ansichten als Ansporn und Anreiz für eigene Bildideen.

Zur richtigen Zeit kommen

Für gelungene Außenaufnahmen solcher viel fotografierten Motive sind auf jeden Fall die Randzeiten, also frühmorgens oder am späten Nachmittag, die besten Fotozeiten. Dann sind deutlich weniger Menschen unterwegs, die Plätze nicht so überlaufen und die Lichtverhältnisse meistens interessanter.

Bewegen Sie sich zusätzlich zum Pflichtprogramm mit den klassischen Sehenswürdigkeiten auch abseits der beliebten Straßen und bekannten Plätze. Schnüren Sie die Wanderschuhe und lassen Sie sich treiben. Gucken Sie sich um, laufen Sie umher und beobachten Sie das Straßenleben.

Abseits der Touristenströme bekommen Sie Bilder, die sich von denen anderer Fotografen abheben, und treffen Menschen, die noch nicht an Fotografen gewöhnt sind und daher weniger genervt auf einen gezückten Fotoapparat reagieren. Versuchen Sie, neben den "greifbaren" Motiven wie Gebäuden und Menschen auch die Atmosphäre einer Stadt einzufangen. Geht es dort hektisch oder ruhig zu? Haben Sie es mit einer pulsierenden Weltstadt oder eher einem beschaulichen Provinznest zu tun?

Die Nacht mit ihrem eigenen Charme

Ein besonderer Tipp für außergewöhnliche Fotos in Städten sind Nachtaufnahmen, die gut in eine Fotoserie zu praktisch jeder Stadt passen. Wenn es dunkel wird, zeigen Städte dem Fotografen ein neues Gesicht: Rund um die Straßenlaternen erscheinen Lichtbogen, grelle Neonreklamen und beleuchtete Häuser sowie Kirchen strahlen uns entgegen, und die Lichter der vorbeifahrenden Autos zeichnen lange Leuchtspuren in die Dunkelheit. Dabei gilt: je länger die Belichtungszeit, desto länger die Lichtschweife der vorbeifahrenden Autos. Ein Stativ ist also oberstes Gebot, um Verwackelungen zu vermeiden.

Tipps für Städtetrips

  • Ideal ist eine auf das wesentliche reduzierte Minimalausrüstung, bestehend aus einer Kamera und zwei bis drei Zoomobjektiven, eins davon nach Möglichkeit mit Bildstabilisator, sodass Sie bei Ihren Stadtstreifzügen nicht auch noch ein Stativ mitschleppen müssen.
  • Ein extremes Weitwinkel brauchen Sie nur, wenn Sie auch Innenräume fotografieren möchten und wissen, dass Sie in sehr engen Gassen unterwegs sein werden.
  • Ein langbrennweitiges Tele dagegen brauchen Sie nur, wenn Sie Stadtansichten aus weiter Ferne planen, typisches Einsatzgebiet ist zum Beispiel ein Blick auf Istanbul über den Bosporus oder ein Blick auf Florenz über Arno und Ponte Vecchio.
  • Am besten aufgehoben ist die Ausrüstung in einer Schultertasche, die einen schnellen Zugriff auf die Ausrüstung erlaubt. Ein Rucksack ist eventuell besser geeignet, wenn Sie sich für eine Stadtrundfahrt mit dem Rad entscheiden.
  • Wenn Sie dagegen viel zu Fuß unterwegs sind sollten Sie unbedingt auf gutes Schuhwerk achten, denn auf der Fotopirsch in Städten kommt so mancher Kilometer zusammen.

Bauwerke fotografieren wie ein Profi

Ob romanische Kirche, klassizistisches Rathaus oder moderner Büroturm - Gebäude bieten ein Feuerwerk an Linien, Formen, Farben und Proportionen. Die große Herausforderung für den Fotografen besteht darin, das dreidimensionale Werk des Architekten wirkungsvoll mit der Digitalkamera in das zweidimensionale Foto zu "übersetzen".

Entscheidend für die Wirkung eines Architekturfotos sind der Aufnahmestandpunkt und das richtige Licht. Viele Fotografen nehmen ein Gebäude in der Gesamtansicht auf. Ein solches Übersichtsfoto ist als Einstieg auch nicht schlecht, nur sollten Sie es nicht einzig und allein bei dieser einen Ansicht belassen.

Haben Sie die Übersichtsaufnahme auf der Speicherkarte, ist es an der Zeit (wenn möglich), einmal komplett um das Gebäude herumzulaufen und nach anderen, außergewöhnlichen Standpunkten zu suchen.

Formen, Linien Flächen

Experimentieren Sie auch mit unterschiedlichen Blickwinkeln und achten Sie darauf, wie sich die Anordnung der grafischen Formen, Linien und Flächen zueinander verändert. Oftmals zeigt erst ein ungewohnter Blickwinkel den Charakter eines Gebäudes. Eine spannende Perspektive haucht dem statischen Gebäude Leben ein und führt zu dynamisch wirkenden Fotos. Achten Sie besonders auf charakteristische Details, denn oftmals ist ein geschickt gewählter eng begrenzter Ausschnitt aussagekräftiger als die übliche Komplett-Frontal- Ansicht der Hauptfassade.

Ähnlich wie in der Landschaftsfotografie kommt dem natürlichen Sonnenlicht eine tragende Funktion für das gelungene Architekturfoto zu, und oft macht das Warten auf das richtige Licht den Unterschied.

Verschiedene Gebäude erfordern unterschiedliche Beleuchtungssituationen. Ein trüber Tag lässt die Karlsbrücke über die Moldau in Prag geheimnisvoll im Nebel versinken, für die weiß getünchten Häuser eines griechischen Fischerdorfes dagegen sind blauer Himmel und strahlender Sonnenschein ideal. Moderne Architektur erfordert oft eine kontrastreiche Darstellung, um die geometrischen Formen herauszuarbeiten und zu betonen.

Grundsätzlich ist Streiflicht gut für Architekturfotos geeignet, da das seitlich einfallende Licht die Fassade gliedert und strukturiert. Gute Fotobedingungen bietet außerdem die sogenannte blaue Stunde kurz nach Sonnenuntergang. Bevor es gänzlich Nacht wird, vermischt sich das blaue Restlicht mit den Schweinwerfern, die das Gebäude anstrahlen, und es gelingen oft atemberaubende Bilder.

Tipps für Architekturfotos

  • Die wichtigsten Faktoren für die Bildgestaltung sind Kamerastandpunkt, Lichteinfall und Bildausschnitt. Ähnlich wie in der Landschaftsfotografie wirkt das Licht am frühen Morgen und am späten Abend am besten, da Licht und Schatten dem Gebäude dann auch auf dem Foto zu einem dreidimensionalen Eindruck verhelfen.
  • Halten Sie die Kamera waagerecht, um stürzende Linien zu vermeiden. Wählen Sie dazu eine höhere Kameraposition, vergrößern Sie die Aufnahmeentfernung und fotografieren Sie mit einer längeren Brennweite oder setzen Sie ein Shiftobjektiv ein. Lassen sich stürzende Linien bei der Aufnahme nicht vermeiden, können Sie sie auch in der Bildbearbeitung korrigieren.
  • Nutzen Sie stürzende Linien und extreme Perspektiven für dynamische Bildkompositionen (das klappt in der Regel bei moderner Architektur besser als bei historischen Gebäuden).
  • Fotografieren Sie nicht nur Gesamtansichten. Ergänzen Sie Übersichtsaufnahmen mit Detailfotos von Fassadenverzierungen, Balkonen, Wasserspeiern und allem, was Ihnen sonst noch ins Auge fällt.

So gelingen Fotos in Kirchen und Museen

Beim Fotografieren in Museen, Kirchen und anderen Innenräumen ist das vorhandene Licht meist recht knapp bemessen. Erschwerend hinzu kommt in vielen Fällen, dass das Fotografieren oft durch das Hausrecht eingeschränkt wird, wobei die Regelungen von Museum zu Museum sehr unterschiedlich sind. Ob der vielfach angegebene Grund, die Exponate müssten vor dem Blitzlicht geschützt werden, immer begründet ist, oder ob nicht doch die finanziellen Interessen des Museums dabei im Vordergrund stehen (schließlich soll der Besucher die Poster und Postkarten im Museumsshop kaufen), sei dahingestellt. Tatsache ist, dass in vielen Museen das Fotografieren mit Blitzlicht sowie der Stativeinsatz untersagt sind und Sie mit dem vorhandenen Licht auskommen müssen (Available-Light-Fotografie).

Das vorhandene Licht in Museen und Kirchen ist in vielen Fällen alles andere als optimal für gelungene Aufnahmen und stellt hohe Anforderung an den Fotografen und seine Ausrüstung. Die Digitalkamera bietet im Vergleich zum analogen Fotoapparat aber zwei entscheidende Einstellmöglichkeiten für gelungene Innenaufnahmen bei knappem Kunstlicht: die Einstellung von Empfindlichkeit und Weißabgleich.

Setzen Sie die Empfindlichkeit (ISO-Wert) hinauf, um mit dem recht knappen vorhandenen Licht auszukommen. Versuchen Sie dabei einen guten Kompromiss aus Bildqualität (mit steigender Empfindlichkeit steigt auch das sogenannte Bildrauschen) und hinzugewonnener Empfindlichkeit, die eine ausreichend kurze Belichtungszeit ermöglicht, um Verwackelung zu vermeiden.

Anpassen des ISO-Werts

Je nach Kamera empfehlen sich Werte zwischen ISO 400 und ISO 800, einige neuere DSLRs liefern sogar bei ISO 1600 noch gute Ergebnisse, und stolze Besitzer einer Vollformat-DSLR können auch noch höhere Werte einstellen. Auch hochempfindliche Objektive mit einer hohen Lichtstärke, d. h. großen Anfangsblendenöffnung (z. B. von 1,4), ermöglichen kurze Verschlusszeiten bei spärlichem Licht. Da die weit geöffnete Blende allerdings zu einer äußerst geringen Schärfentiefe führt und lichtstarke Objektive sehr teuer sind, sind Kameras bzw. Objektive mit eingebautem Bildstabilisator für Museumsaufnahmen meist die klügere Wahl.

Im Regelfall mischen sich in einem Museum unterschiedliche Lichtquellen, wie z. B. das durch ein Fenster einfallende Sonnenlicht und das Kunstlicht der Deckenlampen. Dieses Mischlicht überfordert in vielen Fällen die Weißabgleichsautomatik der Kamera und führt zu einem Foto mit falscher Farbdarstellung. Nutzen Sie daher eine Graukarte, ein Stück weißes Papier oder einen Karton (ein Stück weiße Museumswand tut es auch) als Referenz und stellen Sie den Weißabgleich manuell ein. Fotografieren Sie im RAW-Format, können Sie den Weißabgleich zur Not auch später am Computer ohne Qualitätsverlust so ändern, dass eine stimmige Farbwiedergabe erreicht wird.

Eine hohe Herausforderung stellen die in Glasvitrinen ausgestellten Exponate dar. Leider gibt es kaum eine zufriedenstellende Möglichkeit, störende Reflexionen auf den Fotos komplett zu vermeiden. Suchen Sie nach einem Aufnahmestandpunkt, an dem möglichst wenige Reflexionen auftreten, oder setzen Sie eine Sonnenlichtblende an das Objektiv und gehen Sie so nah wie möglich (und erlaubt!) an die Scheibe heran. Einen Polfilter werden Sie nur in den wenigsten Fällen einsetzen können, um Reflexionen zu unterbinden, da dieser vom ohnehin schon spärlichen Licht noch einmal ein bis zwei Blendenstufen "schlucken" würde.

Fenster-Probleme

Immer dann, wenn Sie Innenräume mit Fenstern nach draußen fotografieren, stehen Sie vor dem Problem, dass der Sensor der Digitalkamera den hohen Kontrast zwischen dem dunklen Innenraum und dem hellen Tageslicht draußen nicht korrekt aufzeichnen kann. Entweder wird der Innenraum zu dunkel und total unterbelichtet oder die Tageslichtszene wird viel zu hell und komplett überbelichtet.

Eine Möglichkeit, um das Problem zu meistern, besteht darin, den Innenraum mit Blitzlicht aufzuhellen, um so den Kontrast zu verringern. Diese Lösung wirkt aber oft sehr künstlich und liefert meist wenig ansprechende Fotos.

Eine elegantere Lösung liefert die "Dynamic Range Increase"(DRI)-Technik, die das Verschmelzen zweier unterschiedlich belichteter Fotos mittels eines Bildbearbeitungsprogramms benötigt. Wie das funktioniert, wird im Buch beschrieben.

Tipps für das Fotografieren durch Scheiben

Nicht nur in Museen, auch im Flugzeug oder Zoo lässt es sich mitunter nicht vermeiden, durch eine Fensterscheibe fotografieren zu müssen. Erfolg oder Misserfolg hängt dabei im Wesentlichen von der Scheibe ab. Bei einem völlig verkratzten oder verdreckten Fenster können Sie nichts machen. Haben Sie aber Glück und die Scheibe ist einigermaßen sauber, kommen Sie mit folgenden Tricks zu recht guten Bildern:

  • Gehen Sie mit dem Objektiv so nah wie möglich an die Scheibe heran, um Spiegelungen so weit es geht zu vermeiden.
  • Setzen Sie, wenn es die Beleuchtung zulässt, einen Polfilter ein, um Spiegelungen zu eliminieren. Drehen Sie so lange am Polfilter, bis die Reflexionen verschwunden sind.
  • Blitzlicht ist tabu, es würde der Scheibe einen störenden hellen Lichtpunkt hinzufügen. Lassen Sie den Kamerablitz eingeklappt und stellen Sie den automatischen Blitz aus.
  • Getönte Scheiben führen den automatischen Weißabgleich an der Nase herum. Nehmen Sie am besten mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Einstellungen auf oder fotografieren Sie im RAW-Format, um die Farbtemperatur gezielt am Rechner zu steuern.
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.