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Tsunami-Entwarnung Kaum Schäden in anderen Pazifik-Staaten


Die Tsunamiwellen haben sich nach dem schweren Erdbeben in Japan in rasender Geschwindigkeit über den gesamten Pazifik ausgebreitet. In den meisten Ländern richteten die abgeschwächten Wellen kaum Schäden. Drei Menschen kamen ums Leben.

Wellen in Höhe von bis zu 2,4 Metern sind nach dem vom Erdbeben in Japan ausgelösten Tsunami an der Küste der US-Bundesstaaten Kalifornien und Oregon aufgeschlagen. Im nordwestkalifornischen Bezirk Del Norte County starb den örtlichen Behörden zufolge ein 25-Jähriger. Er war mit zwei Freunden unterwegs, die an einem Strand nahe Crescent City Fotos machten. Sie wurden von einer Welle ins Meer gespült. Nur zwei der Männer konnten sich an Land retten. Die Suche nach ihrem Freund wurde nach Stunden aufgegeben, berichtet der "San Francisco Chronicle". An den US-Küsten entstand Schaden in Millionenhöhe. Andernorts - etwa in Hawaii und in Südamerika - wurden kaum Auswirkungen des Tsunami gemeldet.

In Kalifornien hatten zuvor Tausende die gefährdeten Regionen verlassen müssen. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown rief in den betroffenen Gebieten den Notstand aus. Crescent City im Norden des Westküstenstaates wurde von mehr als zwei Meter hohen Wellen getroffen. "Über 30 Boote im Hafen wurden beschädigt, Anlegestellen sind zu Bruch gegangen", sagte Joe Young von der örtlichen Katastrophenbehörde. Auch im Hafen von Santa Cruz, südlich von San Francisco, gingen zahlreiche Boote zu Bruch. Die Flutwellen drückten Jachten in die Holzstege, Boote wurden losgerissen und trieben führerlos im Hafenbecken. Hunderte Schaulustige schauten sich das Spektakel an. Viele ignorierten dabei Warnungen, vom Wasser Abstand zu halten.

Indonesiens Regierung gibt zu früh Entwarnung

Ähnliche Auswirkungen gab es im indonesischen Teil der Insel Papua-Neuguinea. Dort traf die Welle gegen Mitternacht auf Land - die Regierung hatte aber schon Stunden zuvor die Tsunami-Warnung wieder aufgehoben.

Eine etwa zwei Meter hohe Welle traf daher einen Küstenabschnitt eher unvorbereitet. Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Antara kostete der Irrtum der Regierung einen 35-jährigen Mann das Leben. Er wollte seine Familie vor der Flut retten. Mindestens 19 Familien wurden obdachlos, Dutzende Boote wurden zerstört.

Keine Probleme auf Pazifik-Inseln

Die Westküste Südamerikas blieb wie das mittelamerikanische Mexiko unterdessen von einem größeren Tsunami verschont. In Ecuador, wo etwa 260.000 Menschen aus küstennahen Regionen in Sicherheit gebracht worden waren, gab Präsident Rafael Correa, nachdem die auf der anderen Seite des Pazifiks ausgelösten Wellen nur noch bis zwei Meter hoch waren.

Auch die Galapagosinseln mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt blieben verschont. Nur auf den Inseln Santa Cruz und San Cristobal habe es einige Überschwemmungen gegeben. Auch von der Osterinsel, weit vor der Küste Chiles, wurde nur von einer kleinen Tsunami-Welle berichtet.

Schaulustiger in Lima fällt ins Meer und stirbt

In Chile selbst, das vor gut einem Jahr von einem ähnlich schweren Erdbeben wie in Japan verwüstet worden war, verbrachten ebenfalls zehntausende Menschen küstennaher Orte die Nacht zu Samstag in höher gelegenen Regionen. Der Tsunami war jedoch auch hier kleiner als zunächst befürchtet.

Ähnlich war die Situation an den Westküsten Kolumbiens und Perus. In Lima fiel ein Schaulustiger von einem Felsen vor der Küste, von dem aus er den Tsunami beobachten wollte. Er fiel ins Meer und konnte nur noch tot geborgen werden.

Alarm in 50 Ländern

Insgesamt war nach dem Erdbeben in Japan in 50 Ländern im gesamten Pazifikraum eine Tsunami-Warnung ausgelöst worden. Doch in den meisten Staaten machte sich die Killerwelle kaum oder lediglich durch eine aufghewühlte See bemerkbar. Selbst auf Taiwan und den Philippinen, wo sich der Tsunami als erstes bemerkbar machte, gab es kaum Auswirkungen.

dho/liri/AFP/DPA DPA

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