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Unicef schlägt Alarm 500.000 Kinder akut vom Hungertod bedroht


Die Hungersnot in Ostafrika nimmt immer bedrohlichere Ausmaßne an. Das Kinderhilfswerk Unicef richtete einen dringenden Appell an die Welt. Eine halbe Million Kinder sei akut vom Tod bedroht, mehr als zwei Millionen gefährdet.

Die Vereinten Nationen haben ein dramatisches Bild der Flüchtlingslage in Ostafrika gezeichnet und zu massiver und rascher Hilfe aufgerufen. Verzweifelte Frauen müssten ihre sterbenden Kinder auf der Flucht am Straßenrand zurücklassen, um die stärkeren Geschwister durchzubringen, sagte die Direktorin des UN-Welternährungsprogramms, Josette Sheeran, am Montag in Rom.

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef sind in Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti bereits mehr als 2,3 Millionen Kinder akut mangelernährt. Mehr als 500.000 Mädchen und Jungen seien so ausgezehrt, dass nur sofortige Behandlung ihr Leben retten könne.

Zwölf Millionen vom Hungertod bedroht

Die Bundesregierung kündigte an, ihre Hilfe für die Dürreopfer am Horn von Afrika auf mehr als 30 Millionen Euro zu verdoppeln. "Wir versuchen derzeit, alle Kräfte zu mobilisieren, die zügig und effizient helfen können", erklärte Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP). Zugleich mahnte er, neben den kurzfristigen Maßnahmen zur Linderung der Not nicht die Unterstützung der Landwirtschaft in den betroffenen Ländern zu vernachlässigen.

Wegen der katastrophalen Dürre und massiven Ernteausfällen am Horn von Afrika haben die UN zwei Regionen im von Anarchie und Gewalt geplagten Somalia zu Hungergebieten erklärt. Am Wochenende hatten die UN mitgeteilt, sie hätten keine Möglichkeit, mehr als zwei Millionen vom Hungertod bedrohten Somaliern zu helfen. Der Zugang zu den Menschen werde verwehrt.

Mindestens zwölf Millionen Menschen sind betroffen, 3,7 Millionen sind akut vom Hungertod bedroht. Tausende Somalier fliehen aus ihrer Heimat. Dort kontrollieren radikale Muslime der Al-Schabaab-Gruppe große Gebiete. Sie hatte im vergangenen Jahr Lebensmittelhilfen verboten und wirft den Hilfsorganisationen nun vor, nur aus politischen Gründen von einer Hungersnot zu sprechen.

dho/Reuters Reuters

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