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Hungerkatastrophe in Somalia: UN-Luftbrücke soll Nahrung nach Mogadischu bringen

Eine Luftbrücke in die somalische Hauptstadt Mogadischu soll der Bevölkerung sofort erste Nahrungsmittel liefern. Die ersten Hilfslieferungen sollten entweder noch am Dienstag oder spätestens an diesem Mittwoch vom kenianischen Nairobi aus in das Nachbarland geflogen werden. , sagte eine Mitarbeiterin des Welternährungspr

Die Vereinten Nationen wollen sobald wie möglich dringend benötigte Nahrungsmittel per Luftbrücke in die somalische Hauptstadt Mogadischu bringen. Die ersten Hilfslieferungen sollten entweder noch am Dienstag oder spätestens an diesem Mittwoch vom kenianischen Nairobi aus in das Nachbarland geflogen werden, sagte eine Mitarbeiterin des Welternährungsprogramms (WFP) der Nachrichtenagentur dpa in Addis Abeba. Dort sollen die Lebensmittel von vor Ort tätigen Nichtregierungsorganisationen und örtlichen Ausschüssen an die hungernde Bevölkerung verteilt werden.

Es handele sich hauptsächlich um mit Vitaminen und Mineralien angereicherte Nahrungsergänzungen für die an Unterernährung leidenden Kinder, hieß es. Wahrscheinlich werde das WFP mit zwei Flugzeugen im Einsatz sein. "Die Zeit läuft uns davon", sagte eine Mitarbeiterin von "Save the Children" der BBC in Somalia. "Bisher hat die internationale Gemeinschaft zu viel geredet und zu wenig gehandelt."

40.000 Flüchtlinge

Vor der Hungersnot in ihrem Land sind allein in diesem Monat rund 40.000 Somalier in die Hauptstadt Mogadischu geflohen. Etwa 30.000 weitere Hungernde seien im Laufe des Julis in Flüchtlingslagern rund um Mogadischu eingetroffen, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) am Dienstag in Genf. Über den Zeitraum der vergangenen zwei Monate seien 100.000 Binnenflüchtlinge in der somalischen Hauptstadt eingetroffen. Die verheerende Lage habe zu einem heillosen Durcheinander und zu Plünderungen geführt, daher stünden einige der "Schwächsten und Verwundbarsten mit leeren Händen da", erklärte das UNHCR.

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) erklärte zudem, täglich passierten etwa 3500 Somalier die Grenzen zu Kenia und Äthiopien. Im Laufe der schweren Hungersnot am Horn von Afrika verließen demnach bereits rund 740.000 Somalier ihr Land. Nach Angaben von UNICEF sind in Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti bereits über 2,3 Millionen Kinder akut mangelernährt. Allein in Somalia bedroht die Hungerkrise rund 3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor knapp einer Woche für Teile des Landes offiziell eine Hungersnot erklärt.

14 Tonnen Nahrungsmittel

Das Welternährungsprogramm (WFP) traf unterdessen letzte Vorbereitungen für eine Luftbrücke für Hungernde in Mogadischu, im Osten Äthiopiens und im Norden Kenias. Die Versorgung aus der Luft von Nairobi aus solle am Dienstag, spätestens aber am Mittwoch starten. Grund für Verzögerungen seien bürokratische Hürden in Kenia. Die Flugzeuge sollen 14 Tonnen energiereicher Nahrungsmittel in die Region bringen, die vor allem für die notleidenden Kinder gedacht sind.

ste/AFP/DPA / DPA