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Verschollenes Flugzeug MH370: Polizisten durchsuchen Haus des Piloten

Seit einer Woche gibt es weder Spur noch Lebenszeichen von MH370. Die Hinweise verdichten sich, dass das malaysische Flugzeug entführt wurde. Jetzt gerät der Pilot ins Visier.

Kein Lebenszeichen, keine Hinweise, keine Wrackteile - MH370 bleibt verschollen. Jetzt gerät die Crew in den Fokus. Polizisten haben am Samstag das Haus des Piloten der in Südostasien verschwundenen Passagiermaschine durchsucht. "Die Beamten haben nach Material gesucht, dass bei der Suche nach dem vermissten Flugzeug helfen könnte", sagte ein Polizist in Kuala Lumpur, wo das Haus des 53 Jahre alten malaysischen Piloten Zaharie Ahmad Shah steht. Ob etwas gefunden oder mitgenommen wurde, teilte er nicht mit. Die Überprüfung von Passagieren und Crew von Flug MH370 soll verstärkt werden.

Die seit einer Woche in Südostasien vermisste Passagiermaschine ist nach Überzeugung der Ermittler von ihrem Kurs abgewichen und nach Nordwesten geflogen. Das berichtete der malaysische Ministerpräsident Najib Razak am Samstag auf einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur. Die Kommunikationssysteme seien höchstwahrscheinlich absichtlich abgeschaltet worden.

Das Flugzeug mit 239 Insassen an Bord sei auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von der Route abgewichen. Das letzte von einem Satelliten empfangene Signal lasse auf zwei mögliche, nordwestlich liegende Flugkorridore schließen. Der Premier wollte allerdings Medienberichte nicht bestätigen, dass es sich um einen Flugzeugentführung gehandelt habe. "Wir ermitteln noch alle Möglichkeiten." Die Suche nach dem Flugzeug habe aber "eine neue Phase" erreicht.

Radikale Kursänderung von MH370

Der amerikanische Sender CNN hatte unter Verweis auf eine geheime Datenauswertung berichtet, dass die Boeing vermutlich auf einer von zwei möglichen Routen nach Westen von ihrem ursprünglichen Kurs abgewichen ist. Entweder sei sie nach Nordwesten in den Golf von Bengalen weitergeflogen oder in südwestlicher Richtung in den Indischen Ozean. Diese Szenarien könnten auf eine Entführung hindeuten, spekulierte der Sender.

Nach Informationen der "New York Times" schienen Radarsignale vom malaysischen Militär aufzuzeigen, dass die Boeing 777-200 kurz nach dem Verschwinden vom zivilen Radar auf eine Höhe von 13.700 Meter gestiegen sei - also höher, als es für diesen Flugzeugtyp zulässig sei. Dann habe sie eine scharfe Kurve in westlicher Richtung eingeschlagen und sei auf 7010 Meter abgestiegen, als sie sich der dicht bevölkerten Insel Penang genähert habe. Von dort sei sie wieder hochgeklettert und auf nordwestlichem Kurs in Richtung Indischer Ozean geflogen.

Das stimmt überein mit den Äußerungen eines ranghohen Militärs, der nicht namentlich genannt werden wollte. Er sagte, ein erfahrener und kompetenter Pilot müsse die Boeing 777 stundenlang geflogen und dabei offenbar bewusst zivile Radargeräte umgangen haben.

Das "Wall Street Journal" berichtete, dass Fahnder eine Sabotage des Flugzeugen für immer wahrscheinlicher hielten. Zwei Systeme zur Verfolgung der Boeing seien kurz nach dem Start am Samstagmorgen vor einer Woche abgeschaltet worden. Nach einer Stunde in der Luft sei der Transponder des Flugzeuges deaktiviert worden und wenig später auch ein zweites System zur Lokalisierung. Anschließend sei die Maschine nach Westen gedreht, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Ermittler. Diese Angaben wurden vom malaysischen Ministerpräsidenten am Samstag bestätigt.

Suchaktion in immer größerem Gebiet

Zu den Suchaktionen stießen am Samstag der US-Zerstörer "USS Kidd" und ein P-8 Poseidonfflugzeug der US-Luftwaffe. Von der Maschine fehlt weiterhin jede Spur, obwohl das ursprüngliche Suchgebiet in der Südchinesischen See immer weiter ausgedehnt wurde. Insgesamt waren inzwischen 57 Schiffe und 48 Flugzeuge aus 13 Ländern im Einsatz - bislang jedoch ohne Erfolg.

swd/DPA / DPA