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Winterunglück: Lawinenabgänge im Allgäu

Eine Lawine hat am Wochenende am Feldberg im Schwarzwald zwei Menschen schwer verletzt. Drei Lawinenabgänge in den Allgäuer Alpen verliefen dagegen glimpflich und ohne größere Schäden.

Eine Lawine hat am Wochenende am Feldberg im Schwarzwald zwei Menschen schwer verletzt. Drei Lawinenabgänge in den Allgäuer Alpen verliefen dagegen glimpflich und ohne größere Schäden.

Im Schwarzwald hatte sich nahe der Baldenweger Hütte Schnee gelöst und eine 37-Jährige sowie einen 45-Jährigen einen Hang hinuntergerissen, wie die Polizei in Freiburg mitteilte. Die Skifahrer wurden nicht verschüttet, aber gegen Bäume geschleudert. Ihre Bergung am Samstag war schwierig: Wegen der Lawinengefahr konnten keine Fahrzeuge eingesetzt werden, die Unglücksstelle war nur über Umwege zu erreichen.

Die Baldenweger Hütte liegt in 1321 Meter Höhe am Nordhang des Feldberges (1493 Meter). Auf dem höchsten Berg Baden-Württembergs lagen zum Zeitpunkt des Unglücks rund 50 Zentimeter Schnee, in den Wochen zuvor auch oft mehr. Der Wirt der Hütte, Herbert Binder, sagte, er habe Skifahrer den ganzen Tag vor Fahrten gewarnt.

Am Feldberg gehen nach Angaben der Bergwacht Schwarzwald jedes Jahr Lawinen ab. Problematisch sei, dass die Lawinengefahr in Mittelgebirgen unterschätzt werde. Gefährdet seien besonders steile Nordhänge.

In den Allgäuer Alpen rutschen am Sonntag drei Schneebretter ins Tal, verletzten aber niemanden. Sie hatten sich nach Angaben der Polizei Kempten in der Nähe des Staufner Hauses auf dem Hochgrat (1832 Meter) auf knapp 1650 Metern Höhe gelöst. Knapp vier Stunden hatten die Rettungstrupps der Alpinen Einsatzgruppe von Polizei und der Bergwacht die drei Lawinenkegel abgesucht - ohne Ergebnis. Zunächst war vermutet worden, dass möglicherweise Tourengänger von den Schneemassen, die kurz nach 10.00 Uhr in Pistennähe abgegangen waren, erfasst wurden. Ein Skifahrer soll die Lawine ausgelöst haben.

10 Männer der Alpinen Einsatzgruppe, 50 Helfer der Bergwacht, 7 Hundeführer mit ihren Rettungshunden sowie 2 Rettungs- und ein Polizeihubschrauber hatten das Lawinengebiet durchsucht. Mit Stangen sondierten die Einsatzkräfte das Gebiet. Um 13.42 Uhr gab es schließlich Entwarnung: In keinem der drei jeweils 60 mal 40 Meter großen Lawinenkegel seien Menschen von den Suchmannschaften entdeckt worden, sagte der Sprecher weiter. Die Suche wurde daraufhin eingestellt. Auch hätten sich nach und nach alle, die zunächst als vermisst galten, bei der Polizei und ihren Verwandten gemeldet.

Laut Polizei gibt es Hinweise von Zeugen, dass ein Tiefschnee- Skifahrer die Lawinen ausgelöst haben könnte. Die Ermittlungen dazu laufen.

DPA / DPA