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Kältewelle in Deutschland: Wann Sie eine Eisfläche betreten können – und wann Sie Ihr Leben riskieren

Deutschland friert - und das seit Tagen: Mit der andauernden Kältewelle wachsen auch die Chancen auf zugefrorene Seen. Was Sie jedoch beachten sollten, bevor Sie Ihre Schlittschuhe rauskramen und aufs Eis gehen, erfahren Sie hier.

kältewelle - Deutschland - Eisfläche - Einbruchgefahr

So verlockend die Eisdecke eines Gewässers auch sein mag, ohne offizielle Freigabe riskieren Sie beim Betreten der Fläche womöglich Ihr Leben

DPA

Seit Tagen hält eine Kältewelle Deutschland fest im Griff - und wird dies auch mindestens noch bis zum Wochenende tun. Erst dann erwarten Meteorologen etwas mildere Temperaturen, kalt bleibt es trotzdem weiterhin.

Je nach Region sorgte der Dauerfrost gar dafür, dass Seen, Talsperren oder Weiher zufroren und seither zum Spazieren oder Schlittschuhlaufen einladen. Nichtsdestotrotz warnen Feuerwehr und DLRG davor, nicht offiziell freigegebene Eisflächen zu betreten, da selbst die extrem tiefen Temperaturen der letzten Tage nicht garantierten, dass die jeweilige Eisdecke auch tragfähig sei. Dies musste auch ein Zwölfjähriger am Dienstag in Bonn erfahren. Der Junge brach beim Spielen auf einem See durch die zu dünne Eisdecke, wurde glücklicherweise aber von einem Passanten rechtzeitig gerettet. Mit schweren Unterkühlungen kam er ins Krankenhaus.

Ab wann es sicher ist, ein zugefrorenes Gewässer zu betreten - und wann Sie womöglich einen Einbruch und damit auch Ihr Leben riskieren, erfahren Sie hier:

Wann können Eisflächen betreten werden?

Selbst mehrere Frosttage garantieren noch keine ausreichend dicke Eisschicht, warnen die DLRG und der Deutsche Feuerwehrverband. Denn viele Gewässer sind in Bewegung und brauchen sehr lange, bis sie zufrieren. Nur von den Behörden offiziell freigegebene Eisflächen dürfen betreten werden.

Wer sich dennoch auf zugefrorene Seen wagt, handelt höchst leichtsinnig. Um einen See betreten zu können, sollte das Eis nach Angaben der DLRG mindestens 15 Zentimeter dick sein, bei fließenden Gewässern sogar 20 Zentimeter.    

Was sind Anzeichen für eine zu dünne Eisschicht?

Die meisten Naturgewässer werden grundsätzlich nicht freigegeben. Wasserschutzpolizei und Kommunen verweisen darauf, dass das Betreten zugefrorener Gewässer auf eigene Gefahr erfolgt. Wenn das Eis knistert und knackt oder Risse aufweist, sollte es keinesfalls betreten werden.

Große Vorsicht ist auch bei verschneiten Eisflächen und bewachsenen Uferzonen geboten. Tückisch können Seen sein, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind. An den Ein- und Ausflüssen sowie generell an dunklen Stellen ist die Eisdecke deutlich dünner. Dann besteht Einbruchgefahr.

Was ist bei einem Unglück zu tun?  

Wer mitten auf dem See merkt, dass das Eis nicht mehr trägt, sollte sich sofort flach hinlegen und zum Ufer zurückrobben. Bricht ein Begleiter ein, sollte als erstes ein Notruf abgesetzt werden. Dann vorsichtig auf dem Bauch zur Einbruchstelle kriechen und versuchen, den Betroffenen herauszuziehen.

Aber Achtung: Dem Eingebrochenen niemals die Hand, sondern etwa einen Anorak, ein Brett oder eine umgedrehten Schlitten reichen, um nicht mit hinab gezogen zu werden. Der Gerettete sollte bis zum Eintreffen eines Notarztes flach gelagert und möglichst in eine warme Decke oder Jacke gehüllt werden. Keinesfalls sollten unterkühlte Menschen mit Schnee abgerieben werden und auch keinen Alkohol trinken.


mod / DPA / AFP
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