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Winterwetter: Schneetreiben verursacht Chaos auf den Straßen

Nach der Eiseskälte kam der Schnee - und mit ihm das Verkehrschaos: Auf vielen Straßen in Deutschland krachte es, besonders im Osten der Republik. Der schwerste Unfall geschah auf der A 9 bei Jena, wo fünf Lastwagen ineinander rasten.

Starke Schneefälle haben am Donnerstag den Verkehr in weiten Teilen Deutschlands behindert. Betroffen war vor allem der Osten. Besonders Lastwagen hatten mit den Witterungsverhältnissen zu kämpfen, viele gerieten auf schneeglatten Straßen ins Rutschen und verursachten zahlreiche Unfälle. Streu- und Räumfahrzeuge kamen nur schwer voran.

Auf der Autobahn 9 in der Nähe von Jena legte ein Massenunfall mit fünf Lkw den Verkehr stundenlang lahm, wie die Polizei mitteilte. Die Lastwagen waren auf glatter Straße ineinander gefahren und hatten sich verkeilt. Sie lagen zum Teil quer über alle drei Fahrspuren und blockierten die Autobahn Richtung Berlin. Ein Lkw-Fahrer kam dabei ums Leben. Nur zehn Kilometer weiter starb ein Mann bei einem weiteren schweren Unfall. Daran waren drei Lkw und zwei Autos beteiligt.

A1 bei Hagen dicht

Bei Schneeverwehungen in der Uckermark blieb ein Lastwagen auf der Bundesstraße zwischen Strasburg und Pasewalk stecken. Am Morgen war die Straße noch immer gesperrt. Auch auf der Autobahn A1 bei Hagen im Ruhrgebiet ging in der Nacht über Stunden nichts mehr. Wie die Polizei mitteilte, war ein Lastwagen am späten Mittwochabend ins Schleudern geraten und umgekippt, weil er auf glatter Fahrbahn zu schnell unterwegs gewesen war. Ein weiterer Lkw konnte nicht mehr bremsen und stieß mit dem quer zur Fahrbahn liegenden Lastwagen zusammen. Die Autobahn blieb rund um die Unfallstelle bis in die frühen Morgenstunden voll gesperrt.

Schneeverwehungen in Sachsen

Auch in Sachsen kam es in Folge von Schneeverwehungen auf den Autobahnen zu mehreren Unfällen. laut Polizei blieb es aber zumeist bei Blechschäden. An mehreren Abschnitten stellten sich Lastwagen quer. Bei Dresden krachte auf der Überfahrt von der A 17 auf die A 4 Richtung Chemnitz ein Lastwagen in den Pfeiler einer Schilder-Brücke. Die über die Fahrbahn reichende Anlage wurde so schwer beschädigt, dass sie nun abgerissen werden muss. Der Abschnitt muss voll gesperrt werden.

Der Winterdienst war teilweise mit Schneefräsen im Einsatz. Insbesondere auf der Strecke zwischen Dresden und Leipzig bestehe erhebliche Verwehungsgefahr, hieß es. Wegen des seitlich blasenden Windes könne es selbst bei geringem Schneefall immer wieder zu Verwehungen kommen.

Im Landkreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein wurde der Busverkehr komplett eingestellt, weil in der Nacht Regen auf den kalten Straßen zu Eis gefror. Bei Flensburg rutschten mehrere Autos von der Fahrbahn. Im Kreis Schleswig-Flensburg schlitterte ein 23-Jähriger in einen entgegenkommenden Wagen. Drei Personen wurden teils schwer verletzt.

Oberleitung in Hamburg abgerissen

In Hamburg riss eine Oberleitung für Fernzüge der Bahn, die durch das kalte Wetter in Mitleidenschaft gezogen worden war, bei der Rangierfahrt eines unbesetzten Fernzuges. Die Strecke zwischen dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Dammtor war stundenlang gesperrt, es kam zu zahlreichen Verspätungen. Wie viele Züge ausfielen und wie viele Passagiere warten mussten, war zunächst unklar. Die Strecke ist relativ stark befahren - unter anderem die ICE-Verbindung Hamburg-München und Verbindungen von Hamburg Richtung Nordsee waren betroffen.

Am Frankfurter Flughafen fielen wegen der Schneefälle etwa 80 Flüge aus. Wie eine Fraport-Sprecherin mitteilte, war eine Landebahn vorübergehend gesperrt. Die Verspätungen am größten deutschen Airport hielten sich im Rahmen, sagte die Sprecherin weiter. Sie rechne mit einer Normalisierung des Flugverkehrs im Tagesverlauf.

DPA/APN / DPA