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160 MIllionen Jahre alt "Verbreitung größer als bisher bekannt": Forscher bestätigen ersten Fund von Flugsaurier in Chile

Illustration eines Flugsauriers
So könnte er ausgesehen haben: Eine computergenerierte 3D-Illustration zeigt den Flugsaurier Rhamphorhynchus
© Michael Rosskothen / Picture Alliance
Forscher aus Chile haben erstmals den Fund eines Rhamphorhynchus auf der Südhalbkugel bestätigt. Der Fund gilt als Sensation und könnte beweisen, dass die Reptilien viel verbreiteter waren als bisher angenommen.

Heute klingt es wie Science Fiction. Doch vor rund 160 Millionen Jahren gehörten die Lüfte fliegenden, drachenartigen Sauriern. Jetzt haben chilenische Forscher erstmals den Fund eines solchen Flugsauriers der Gattung Rhamphorhynchus auf der Südhalbkugel bestätigt. Die Entdeckung zeige, dass die Kreaturen sehr viel weiter verbreitet waren, als bisher angenommen, schätzen die Wissenschaftler.

Schon 2009 hatte man die versteinerten Überreste des Sauriers in der Atacama-Wüste entdeckt. Dieser Saurier habe sich nun, so Jhonathan Alarcón von der Universität von Chile, als erstes Exemplar entpuppt, das auf dem prähistorischen Superkontinent Gondwana gefunden wurde. Eine Sensation. Bisher stammen alle bekannten Funde des Flugsauriers von der Nordhalbkugel, vor allem aus Europa. Die Entdeckung der Fossilien wurde in der vierteljährlich erscheinenden wissenschaftlichen Zeitschrift "Acta Paleontologica Polonica" veröffentlicht.

Flugsaurier waren damals auf der gesamten Erde verbreitet

Die riesige chilenische Atacama-Wüste, die einst weitgehend unter dem Pazifischen Ozean versunken war, ist heute eine Mondlandschaft aus Sand und Stein. Die Region, in der es teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr geregnet hat, ist ein heißes Pflaster für Fossilienfunde, denn viele Überreste liegen unberührt in abgelegenen Gebieten nicht weit unter der Wüstenoberfläche. 

Der Fund des Flugsauriers deute auf enge Verbindungen und mögliche Wanderungen zwischen der nördlichen und der südlichen Hemisphäre zu einer Zeit hin, als man glaubte, dass die meisten der südlichen Landmassen der Erde in einem Superkontinent namens Gondwana verbunden waren. Die Entdeckung zeige, so Alarcón, dass "die Verbreitung dieser Gruppe größer war als bisher bekannt".

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Australischer Flugsaurier sorgt für Aufsehen

Auch in Kuba gebe es Flugsaurier dieser Gruppe, die offenbar Küstentiere waren, so dass sie wahrscheinlich zwischen dem Norden und dem Süden gewandert sind, berichtet Alarcón. "Oder vielleicht kamen sie einmal und blieben, wir wissen es nicht". Was man weiß: Der Flugsaurier hatte wohl eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern, einen langen Schwanz und eine spitze Schnauze mit scharfen, nach vorne gerichteten Zähnen.

Erst im vergangenen Monat sorgten australische Wissenschaftler der Universität Queensland mit der Entdeckung eines riesigen Flugsauriers für Aufsehen. Mit einer Flügelspannbreite von rund sieben Metern soll es sich beim Pterosaurier um das – nach heutigem Stand – größte fliegende Reptil handeln, das je in Australien gelebt habe

tpo mit Material von Dpa und Reuters

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