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Asiatisch für Anfänger 8 Exotische Mutprobe


Ananas ist fast schon so deutsch wie die Banane, Papaya und Mango. Riskieren Sie was! Beißen Sie in Obst, das wirklich fremd aussieht oder riecht.

Der Gestank, den das stachelige Ungetüm ausstrahlt, ist unerträglich, liegt irgendwo zwischen Zwiebeln, altem Käse, faulen Eiern, verdorbenem Fleisch und Terpentin. Sein Name: Durian. In besseren Hotels darf man mit ihm nicht einmal die Lobby betreten, einige Fluggesellschaften verweigern den Transport, in Restaurants wird es, wenn überhaupt, in Extra-Räumen serviert.

In Südostasien ist das Obst eine der größten Delikatessen, ein Nahrungsmittel höchster Vollkommenheit. Selbst das Aufsammeln wild wachsender Stinkfrüchte ist gesetzlich geregelt, weil es dabei nicht selten zu Schlägereien kommt. Wer sich trotz europäischer Prägung überwindet und das weiche, große Samen umschließende Fleisch probiert, macht die überraschende Entdeckung, dass der Geschmack nichts mit dem Geruch zu tun hat und durchaus reizvoll, wenn auch schwer zu beschreiben ist.

Aber keine Sorge: Nicht alle Früchte aus Fernost erfordern Mut. Bis Sie zum Beispiel Mangostane-Fan sind, dauert es vermutlich allerhöchstens eine halbe Mangostane. Und auch die Nashi wird Sie spätestens dann überzeugen, wenn Sie sie zu Gorgonzola probiert haben.

In Asien ist es nicht ungewöhnlich, Obst mit Fleisch oder Fisch zu verbinden. Bei uns endet die Vorstellungskraft oft bei Toast Hawaii. Dabei können Früchte ein raffiniertes Gegengewicht zu deftigen Geschmäcken bilden. Natürlich machen Litschi und Konsorten aber auch in jedem Dessert eine gute Figur. Ob als Nachtisch oder im Hauptgericht - die Risiken des Obst-Experiments sind minimal, die kulinarischen Gewinnchancen gigantisch.

Ruth Hoffmann GesundLeben

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