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ARD-Wettermann erläutert Klimawandel: Waldbrände: Donald Trump sollte mal die Erklärung von Karsten Schwanke hören

US-Präsident Trump ist unbeeindruckt. Nachdem er das durch Brände zerstörte Paradise besucht hat, will er trotzdem weiter keinen Zusammenhang mit dem Klimawandel erkennen. Ein deutscher TV-Wettermann könnte es ihm erklären.

US-Präsident Donald Trump lässt sich nicht so leicht beeinflussen. Selbst als er am Wochenende durch die vom schlimmsten Waldbrand der Geschichte Kaliforniens völlig zerstörte Kleinstadt Paradise geführt wurde, beeindruckte ihn das offenbar wenig - zumindest was die Frage angeht, was denn die Ursache dieser Katastrophe sein könnte. "Ändert die Zerstörung, die Sie hier gesehen haben, ihre Meinung zum Klimawandel, Mr. President?", fragte ein Journalist Trump. "Nein", sagte Trump, "ich habe da eine feste Meinung."

"Ich will ein gutes Klima. Und wir werden das haben", stellte Trump in Paradise kurzerhand fest. "Und wir werden Wälder haben, die sehr sicher sind." An anderer Stelle machte er deutlich, dass er die verheerenden wildfire offenbar durch regelmäßiges Harken des Waldbodens verhindern will. Die Finnen seien damit sehr erfolgreich, meinte der US-Präsident. In Finnland allerdings zeigte man sich von der Bemerkung Trumps eher überrascht und belustigt.

ARD-Wettermann Karsten Schwanke erläutert den Klimawandel

"Wetter vor acht" in der ARD vor drei Tagen: Wetter-Moderator Karsten Schwanke erläutert anschaulich die Zusammenhänge zwischen aktuellen Ereignissen und dem Klimawandel.

Donald Trump: Wettermann könnte es ihm erklären

Wie er das great climate erreichen will, dazu äußerte sich Trump in Paradise nicht. Dagegen machten Klimaforscher zuletzt deutlich, dass sie nicht überrascht sind, dass es in Kalifornien immer häufiger immer verheerendere Waldbrände gibt. "Quiz:", twitterte beispielsweise der renommierte Klima-Experte Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung leicht verzweifelt vor einigen Tagen: "Was hat der letzte vollständige Bewertungsbericht des zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen des Weltklimarates als größtes Risiko für Nordamerika aufgrund der globalen Erwärmung beschrieben?" Darunter eine Liste der Schlüsselrisiken für Nordamerika. Darauf ganz oben: "Durch Waldbrände verursachter Verlust von Ökosystemen".

Allerdings: Gegen solche Hinweise hat sich der US-Präsident schon immun gezeigt. Vielleicht würde Trump aber eine Erklärung des Klimawandels von ARD-Wettermann Karsten Schwanke die Augen öffnen, die von Klimaforschern in höchsten Tönen gelobt wurde. Schwanke machte dabei besonders anschaulich klar, dass es einen Zusammenhang zwischen den Bränden in Kalifornien, der Trockenheit in Deutschland und den verheerenden Regenfluten in Italien gibt. "Dieser Zusammenhang heißt Klimawandel", sagte Schwanke in der ARD-Sendung "Wetter vor acht" vor drei Tagen.

Auf den Jetstream kommt es an

Im wesentlichen erklärte Schwanke, dass die globale Erwärmung den Temperaturunterschied zwischen dem kalten Nordpol und den warmen Tropen verringert habe. Dadurch ebbe jener Starkwindstrom in großer Höhe ab, Jetstream genannt, der auf der Nordhalbkugel den Wechsel zwischen Hochs und Tiefs in Gang halte. Stattdessen seien die Wetterlagen sehr stabil - weshalb unter anderem "seit gefühlten Ewigkeiten ein riesengroßes Hochdruckgebiet" über Kalifornien liege. "Deshalb ist es ja auch so trocken", so Schwanke weiter. Dann zeigt er ein Schaubild von der Lage am 15. November: Der Jetstream ist darauf nur noch in geringen Teilen zu erkennen - "über Kalifornien: nicht vorhanden, über Mitteleuropa: nicht vorhanden." Das, so Schwanke führe zu festgefahrenen Wettersituationen, "die aus einem normalen Hoch nach einigen Monaten eine Dürrekatastrophe machen" - wie sie sich hierzulande seit dem Sommer bemerkbar macht. Schwanke: "Der Klimawandel, schon heute spürbar", stellt Schwanke fest.

US-Präsident Donald Trump ist bekanntlich ein begeisterter Fernsehgucker. Ob ihn das Thema erreichen würde, wenn sein Lieblingssender Fox News eine solche Wettershow senden würde?

dho