HOME
Interview

Golfstrom schwächelt: Hitzewellen, Anstieg des Meeresspiegels: "Die Veränderungen kann man schon beobachten"

Eine neue Studie belegt: Der Golfstrom schwächelt, die sogenannte Wärmepumpe für Nordeuropa droht auszufallen. Stehen uns hierzulande eiskalte Zeiten bevor? Fragen an die Klimaforscherin Levke Caesar.

Überschwemmung in Texas nach einem Tropensturm

Mit der Veränderung des Golfstroms und dem Klimawandel ändern sich global die Temperaturen, die Wetterextreme nehmen zu, vor der US-Küste beispielsweise wird es wärmer. Das Foto zeigt eine Überschwemmung in Texas nach einem Tropensturm.

DPA

"Jetzt passiert es." Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) lässt in einem Tweet keinen Zweifel: Der Golfstrom schwächelt. Die entsprechende Vermutung der Wissenschaftler, dass dies als Folge des Klimawandels geschehen könnte, ist nun belegt. Mehr noch: Eine internationale Forschergruppe unter Beteiligung des PIK hat Belege gefunden, dass der Prozess bereits jetzt im Gange ist. Da das gigantische Strömungssystem im Ozean das Klima in unseren Breiten maßgeblich mitbestimmt, könnten wir die Veränderungen schon in absehbarer Zukunft spüren. Fragen an die Leit-Autorin der Studie, die Potsdamer Klimaphysikerin Levke Caesar.

Frau Caesar, im Allgemeinen heißt es, dass es bei uns deutlich kälter wäre, gäbe es den Golfstrom nicht. Stimmt das?

Dies ist richtig, denn das Golfstromsystem transportiert Wärme von den Tropen in die höheren Breitengrade.

Sie haben nun Belege gefunden, dass der Golfstrom sich als Folge des Klimawandels tatsächlich schon abgeschwächt hat. Müssen wir in absehbarer Zeit mit Kältewellen rechnen?

Die Abschwächung des Golfstromsystems hat sehr wahrscheinlich zu dem - global wahrscheinlich einzigartigen - Abkühlungstrend in den Meeresoberflächen-Temperaturen im subpolaren Nordatlantik geführt. Langfristig wird von dort also weniger Wärme über die Atmosphäre nach Europa gelangen.

Dennoch haben bisherige Forschungsergebnisse einen Zusammenhang zwischen den kalten Meeresoberflächen-Temperaturen im Nordatlantik und der europäischen Hitzewelle des Sommers 2015 gefunden. Dieser scheinbar paradoxe Effekt entsteht, weil ein kalter Nordatlantik ein Luftdruckmuster begünstigt, das warme Luft aus dem Süden nach Europa leitet.

Übrigens: Man muss zwischen dem Golfstromsystem und dem Golfstrom unterscheiden. Der Golfstrom ist nur ein Teil dieses Strömungssystems und wir haben gezeigt, dass sich das gesamte Golfstromsystem abgeschwächt hat.

In den vergangenen zwei, drei Jahren haben wir hierzulande vergleichsweise milde Winter erlebt, während der Osten der USA im Schnee versank. Widerspricht das nicht ihren Erkenntnissen?

Das Golfstromsystem hat sich bisher nur wenig abgeschwächt und die Abkühlung ist auf den Ozean beschränkt. Über den Landmassen dominiert die Erwärmung durch die Treibhausgasemssionen. Generell sehen wir, dass die von Klimamodellen vorhergesagten Dinge eintreten, wie die globale Erwärmung, eine Zunahme von Extremen, der Anstieg des Meeresspiegels und jetzt auch die Abschwächung des Golfstromsystems.


Eigentlich ist doch stets von globaler Erwärmung die Rede. Wieso sprechen wir nun darüber, dass es hier kälter werden könnte. Oder wäre das nur eine vorübergehende Phase?

Global gesehen erwärmt sich die Erde, eine Abschwächung des Golfstromsystems ändert nur die Verteilung der Wärme auf der Erde.

Um welche Zeiträume geht es? Müssen wir uns schon bald auf ein geändertes Klima einstellen?

Wie unsere Studie zeigt, ist das Klimasystem bereits dabei, sich zu ändern. Veränderungen können schon beobachtet werden - zum Beispiel mehr Hitzewellen und der Anstieg des Meeresspiegels. Der genaue Zusammenhang zur Abschwächung des Golfstromsystems muss aber noch untersucht werden.

Das Klimasystem der Erde ist sehr komplex. Wir erleben immer wieder, dass veröffentliche Forschungsergebnisse später relativiert werden. Für wie gesichert halten Sie Ihre Erkenntnisse und woran machen Sie diese fest?

Ich halte unsere Forschungsergebnisse für sehr robust, denn wir verstehen so den Mechanismus, warum die globale Erwärmung zu einer Abschwächung des Golfstromsystems führt, und die Abschwächung wurde schon lange von Klimamodellen als Folge der Erderwärmung vorhergesagt. Die Veränderungen in den Meeresoberflächen-Temperaturen im Nordatlantik deuten darauf hin, dass diese Abschwächung schon im Gang ist.

Durban
anb
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.