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Google Doodle für Erwin Schrödinger: Der Meister der Quantenmechanik

Erwin Schrödinger gilt als einer der Begründer der Quantenmechanik. Zusammen mit Paul Dirac erhielt der Österreicher den Nobelpreis für Physik. Google ehrt den Wissenschaftler zum 126. Geburtstag.

Von Daniela Späth

Stellen Sie sich vor: Sie packen eine Katze in eine Kiste. In der Kiste sind außerdem eine radioaktive Substanz, ein Geigerzähler, ein Hammer und eine Pulle giftiger Blausäure. Sobald eines der radioaktiven Atome zerfällt, wird der Geigerzähler aktiviert, der wiederum den Hammer auf die Pulle mit der Blausäure fallen lässt - mit der Folge, dass das Gift sich in der Box ausbreitet und die Katze daran stirbt. Es gibt aber auch ein zweites mögliches Szenario: Die Katze könnte auch am Leben bleiben, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein radioaktives Teilchen innerhalb einer Stunde zerfällt, liegt bei fünftig Prozent. Doch genauso hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass keines davon zerfällt. Mit anderen Worten: Die Katze ist gleichzeitig tot und lebendig.

Über dieses paradoxe Gedankenexperiment wird unter Wissenschaftlern auch heute noch heftig diskutiert. Es stammt von Erwin Rudolf Josef Alexander Schrödinger, einer der bedeutensten Wissenschaftler Österreichs.

Nobelpreis für Physik

Der Physiker und Wissenschaftstheoretiker wurde am 12. August 1887 in Wien geboren und erhielt für seine Errungenschaften im Bereich der Quantenphysik gemeinsam mit Paul Dirac 1933 den Nobelpreis für Physik.

Schrödinger studierte von 1906 bis 1910 in Wien Mathematik und Physik und habilitierte am Wiener Physikalischen Institut und arbeitete unter anderem in Jena, Stuttgart, Breslau und Zürich. In Zürich vertrat er schließlich den Lehrstuhl für Theoretische Physik, den vor ihm bereits Albert Einstein und Max von Laue innehatten. An diesem Ort arbeitete er auch an der nach ihm benannten "Schrödinger-Gleichung", in der er die Wellenmechanik als Beschreibung der Quantenmechanik begründete.

Zwischenzeitlich zog es Schrödinger nach Berlin, wo er die Nachfolge von Max Planck an der Friedrich-Wilhelms-Universität antrat. Einige Jahre später jedoch zwang ihn die Machtergreifung der Nationalsozialisten dazu, Deutschland zu verlassen. Er entschied sich für eine Stelle am Magdalen College in Oxford. Noch im selben Jahr wurde ihm der Nobelpreis für Physik verliehen. Doch bereits 1936 kehrte er nach Österreich zurück, um an der Karl-Franzens-Universität in Graz zu forschen. Allerdings kamen ihm wieder die Nationalsozialisten in die Quere: 1938, nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland, kehrte Schrödinger dem Land wieder den Rücken zu und floh nach Irland. Zwanzig Jahre später kehrte er schließlich nach Wien zurück, wo er bis zu seinem Tod am Institut für Theoretische Physik der Universität lehrte.

Am 4. Januar 1961 starb der Quantenphysiker in Wien an Tuberkulose.