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Auszeichnung: Physik-Nobelpreis an japanische Lichtforscher

Die Japaner Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura sind für die Forschung zu neuen energieeffizienten und umweltfreundlichen Lichtquellen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet worden.

US-Forscher Shuji Nakamura ist zusammen mit den japanischen Wissenschaftlern Isamu Akasaki und Hiroshi Amano für die Entwicklung blauer Leuchtdioden geehrt worden.

US-Forscher Shuji Nakamura ist zusammen mit den japanischen Wissenschaftlern Isamu Akasaki und Hiroshi Amano für die Entwicklung blauer Leuchtdioden geehrt worden.

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die gebürtigen Japaner Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura. Sie erhalten die Auszeichnung für die Entwicklung blaues Licht emittierender Dioden, die helle und energiesparende Lichtquellen ermöglichen. In Signalanzeigen, Autolichtern und Smartphones etwa gibt es diese LEDs (lichtemittierende Dioden) bereits. Die höchste Auszeichnung für Physiker ist mit umgerechnet 880.000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften gab ihre Entscheidung über die Preisträger in Stockholm bekannt.

"Rote und grünes LEDs gibt es schon viele Jahre, aber die blauen fehlten noch", sagte Per Delsing, Vorsitzender des Nobel-Komitees für . "Wenn man diese drei Farben vereint, bekommt man weißes Licht. Das ist etwas, das schon Isaac Newton gezeigt hat." 1992 präsentierten die drei japanischen Forschern erstmals eine blaues Licht emittierende Diode. Die Dioden haben eine extrem hohe Energieeffizienz und eine sehr lange Lebenszeit. 

Es sei "unglaublich" gewesen, zu hören, dass er auserwählt wurde, sagte Nakamura, als das schwedische Nobel-Komitee ihn während der Pressekonferenz anrief. Nakamura, der 1954 in Japan geboren wurde und dort studierte, forscht an der Universität von Kalifornien (Santa Barbara).

Nach den Worten von Olle Inganäs vom Nobel-Komitee lassen sich LEDs auf viele Arten einsetzen. "Diese Nutzung würde sehr glücklich machen. Wir sehen die Auswirkungen dieser Erfindung, wir sehen sie auf der Straße, überall." Anne L'Huillier, ebenfalls vom Nobel-Komitee für Physik ergänzte: "Das hier ist wirklich ein Preis für eine Erfindung. Und bei diesen Preisen legen wir sehr viel Wert auf die Nützlichkeit der Erfindung."

Eine soziale und ökologische Errungenschaft

Eine lichtemittierende Diode besteht aus einer Reihe geschichteter, halbleitender Materialien. In der LED wird Elektrizität direkt in Lichtpartikel umgewandelt, womit sie effizienter als herkömmliche sind, bei denen die meiste Elektrizität in Form von Wärme frei wird und nur ein geringer Teil als Licht. In Glühbirnen, genau wie in Halogenlampen, wird elektrischer Strom genutzt, um einen Draht zum Glühen zu bringen. Leuchtstofflampen, die bis zur Erfindung der LED-Leuchten als Niedrigenergie-Lampen gehandelt wurden, wird eine Gasentladung herbeigeführt, die Wärme und Licht erzeugt.

Die Stärke des Lichtstrahls (Lumen) pro Energieeinsatz (Watt) liegt bei einer LED bei 300 Lumen/Watt. Bei Glühbirnen sind es gerade mal 16, bei einer Leuchtstofflampe in etwa 70 Lumen/Watt. 20 bis 30 Prozent des weltweiten Elektrizitätsbedarfs geht auf das Konto von Beleuchtungsmitteln. Da die Leucht-Dioden zudem eine längere Lebensdauer verglichen zu anderen Leuchtkörpern haben, werden LEDs im 21.Jahrhundert einen entscheidenden Beitrag zur Ressourcenschonung beitragen. Glühbirnen halten in etwa 1000 Stunden, bis die Hitze den Draht zerstört hat. Leuchtstofflampen überdauern für gewöhnlich 10.000 Stunden. LEDs dagegen weisen eine Lebensdauer von rund 100.000 Stunden auf.

Die Leuchtkraft einer LED ist um ein Vielfaches höher, als die ihrer Vorgänger. Der Energiebedarf dagegen deutlich niedriger.

Die Leuchtkraft einer LED ist um ein Vielfaches höher, als die ihrer Vorgänger. Der Energiebedarf dagegen deutlich niedriger.

Für 1,5 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu öffentlichen Stromnetzen haben, kann die LED-Erfindung außerdem eine unmittelbare Verbesserung der Lebensqualität bedeuten. Denn dank des niedrigen Energiebedarfs können die Lampen mit günstiger, lokaler Solarenergie betrieben werden.

Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Im vergangenen Jahr hatten der Belgier François Englert und der Brite Peter Higgs den Physik-Nobelpreis für die Vorhersage des Higgs-Teilchens erhalten.

Am Montag war der Medizin-Nobelpreis dem norwegischen Ehepaar #link;http://www.stern.de/wissen/medizin-nobelpreis-2014-geht-an-entdecker-unseres-inneren-gps-2143291.html; May-Britt und Edvard Moser sowie dem britisch-amerikanischen Forscher O'Keefe (USA/Großbritannien) zuerkannt worden. Sie hatten herausgefunden, wie der Orientierungssinn funktioniert#.

Im vergangenen Jahr hatten der Belgier François Englert und der Brite Peter Higgs den #link;http://www.stern.de/wissen/mensch/gottesteilchen-belgier-und-brite-teilen-sich-physik-nobelpreis-2063183.html;Physik-Nobelpreis für die Vorhersage des Higgs-Teilchens# erhalten.

Mirja Hammer/DPA/DPA