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Luftverschmutzung: In Deutschland stehen sieben der größten CO2-Verursacher Europas

Ein Bericht der EU-Kommission zeigt, wer im letzten Jahr die größten CO2-Verursacher waren. Es sind vor allem deutsche Kohlekraftwerke - und die Airline Ryanair. Es gibt aber auch gute Nachrichten in dem Bericht.

Ein Kohlekraftwerk

Kohlekraftwerke gehören zu den größten CO2-Verursachern in der EU (Symbolbild)

DPA

"Neurath", "Schwarze Pumpe", "Boxberg": So heißen einige der deutschen Kohlekraftwerke, die im Jahr 2018 in den Top Ten der größten CO2-Verursacher in der Europäischen Union gelandet sind. Insgesamt stammen sieben der zehn größten Kohlendioxid-Schleudern aus Deutschland. Auffällig ist dabei, dass es sich dabei um Braunkohlekraftwerke handelt, wie Daten der EU-Kommission zum Emissionshandel zeigen.

Platz eins der Liste geht allerdings nach Polen: an das Braunkohlekraftwerk Bełchatów südlich der Stadt Łódź. Allein aus diesem Kraftwerk wurden 2018 rund 38,3 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen – zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der deutsche Spitzenreiter ist das Kohlekraftwerk "Neurath" mit einem Ausstoß von rund 32,2 Millionen Tonnen und einer Steigerung von acht Prozent. Die Plätze drei bis sieben gehen allesamt an deutsche Kohlekraftwerke.

Ryanair erstmals unter Top Ten

Neu in den Top Ten ist die irische Billigfluggesellschaft Ryanair, mit einem CO2-Ausstoß von knapp zehn Millionen Tonnen im vergangenen Jahr, was einer Steigerung von sieben Prozent entspricht. Ryanair ist das erste und einzige Unternehmen, das es bisher in eine solche Spitzenposition geschafft hat und kein Kohlekraftwerk ist. Die Lufthansa ist laut den EU-Daten in Deutschland die Airline mit dem höchsten CO2-Ausstoß. Weitere große Kohlendioxid-Verursacher in Europa sind zum Beispiel Shell, ArcelorMittal oder das Kohlekraftwerk Moorburg bei Hamburg.

Insgesamt ist der Emissionsausstoß in der Luftfahrt gestiegen: im Jahr 2018 um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr, seit 2012 sogar um 28 Prozent. Dennoch zeigen die Berichte der EU-Kommission zum Emissionshandel auch positive Entwicklungen: So sanken die Steinkohleemissionen zuletzt um neun Prozent. Seit 2012 sogar um 40 Prozent. Die Braunkohlemissionen hingegen nur um drei Prozent. Aber auch beim CO2-Ausstoß bei Öl, Gas und in der Industrie sind leichte Rückgänge zu verzeichnen, wie der Bericht zeigt.

Positive Nachrichten auch aus Deutschland: Die deutschen Treibhausgasemissionen insgesamt (neben CO2 unter anderem Methan, Distickstoffoxid und einige Fluorkohlenwasserstoffe) sind im vergangenen Jahr nach vier Jahren Stagnation erstmals wieder gesunken. Der Rückgang betrug 4,2 Prozent, wie das Umweltbundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 1990 habe Deutschland seine Emissionen damit um 30,6 Prozent gesenkt, das 40-Prozent-Minderungsziel für 2020 bleibt also in weiter Ferne.

Greta Thunberg

Quellen: www.sandbag.org.uk, Bericht EU-Kommission

rw / mit Agentur / AFP