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Ab in die Rettungskapsel! ISS-Crew muss vor Weltraummüll flüchten

Die Internationale Raumstation im Orbit über der Erde
Alles nochmal gut gegangen: Weltraumschrott ist an der ISS vorbei geflogen. Die Crew hat sich in der Sojus-Kapsel in Sicherheit gebracht
Schreck für die Crew der ISS: Ein Bruchstück eines Wettersatelliten drohte die Raumstation zu treffen. Wie ernst die Nasa die Gefahr nahm zeigt die Tatsache, dass sich die Astronauten in einer angedockten Raumkapsel in Sicherheit bringen mussten.

Seit dem Kinorenner "Gravity" kann sich jeder vorstellen, was das bedeuten würde: Ein großes Stück Weltraumschrott trifft die Internationale Raumstation (ISS). Heute um 13.46 Uhr meldete die Nasa: "ISS-Crew sucht Schutz vor Weltraumschrott in der Sojus." Die an der Station angedockte russische Raumkapsel dient im Notfall als Rettungsboot.

Die US-Raumfahrtagentur beeilte sich, von einer reinen Vorsichtsmaßnahme zu sprechen, doch allein der Umstand, dass sich die beiden Russen Michail Kornijenko und Gennadi Padalka sowie der Amerikaner Scott Kelly in die Sojus begeben mussten, zeigt, wie ernst die Nasa den Vorfall genommen hat. Erst zum vierten Mal in der Geschichte der ISS wurde dieser Schritt für notwendig erachtet. Offenbar war es nicht mehr möglich, ein Ausweichmanöver durchzuführen.

"Sollte nicht zur Gewohnheit werden"

In der Vergangenheit hatte ein solches Manöver die Station häufig in Sicherheit gebracht. Diesmal war es offensichtlich aber nicht möglich, dem Schrott auszuweichen. Wie die Nasa bestätigte, handelte es sich um ein größeres Bruchstück eines russischen Wettersatelliten. Um 14.01 Uhr konnte man im Kontrollzentrum in Houston aufatmen. "Wie berechnet" habe der Satellit die Raumstation verfehlt.

Die Astronauten gingen mit dem Vorfall professionell um. "Wir haben das trainiert", ließ sich Scott Kelly vernehmen, "es sollte aber nicht zur Gewohnheit werden". Als alles vorbei war, war er aber doch erleichtert: "Glücklich, dass es nicht zu einem Zusammenstoß kam", twitterte er - und dankte den Koordinatoren auf der Erde.

Dieter Hoß/mit DPA

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