"Deep Impact" Einschlag auf der Riesenkartoffel


Jubel bei der Nasa: Wie geplant hat die Sonde "Impactor" ein Loch in den Kometen "Tempel 1" geschossen, nachdem sie von ihrer Muttersonde "Deep Impact" gestartet war. Wissenschaftler hoffen auf neue Erkenntnisse - und spektakuläre Bilder.

Der Beschuss des Kometen Tempel 1 mit einem Projektil der Raumsonde "Deep Impact" ist gelungen. Der so genannte "Impactor" traf am Montagmorgen um 7.52 Uhr (MESZ) wie geplant auf dem rund 14 Kilometer langen Kometen auf. Im Jet Propulsion Laboratory der NASA in Kalifornien brach daraufhin Jubel aus. "Wir haben das Geschoss genau dort, wo wir es haben wollten", sagte ein NASA-Sprecher.

Einschlag am unteren Ende

Auch Astronomen der Europäischen Südsternwarte ESO in München waren begeistert. "Das Projektil schlug am unteren Ende des kartoffelförmigen Kometen ein", sagte ESO-Astronomin Monika Petr- Gotzens. Daraufhin sei eine starke Helligkeitszunahme zu beobachten gewesen. "Es ist also sehr viel Energie freigesetzt worden bei dem Aufschlag." Der Einschlagkrater sei zunächst noch nicht zu erkennen gewesen.

Die Forscher erhoffen sich von der Kollision neue Erkenntnisse über den Aufbau von Kometen und letztlich auch darüber, wie das Leben auf die Erde kam. Wichtige Ergebnisse soll dabei vor allem die Analyse des durch den Aufprall in einem großen Strahl nach oben geschleuderten Kometengesteins bringen, das sich bei der Entstehung des Sonnensystems vor Milliarden von Jahren gebildet hat. "Ich denke, wir haben schon jetzt ein ganz anderes Verständnis unseres Sonnensystems", sagte der Direktor des Nasa-Labors, Charles Elachi. Das Projekt übersteige alle Erwartungen.

Krater und Furchen

Kurz vor dem Aufschlag hatte die am Projektil "Impactor" befestigte Kamera noch sehr detailgenaue Bilder von der Kometenoberfläche gesendet. "Es waren zwei sehr große Krater zu erkennen", sagte Petr-Gotzens. Sie könnten beispielsweise vom Einschlag kleinerer Kometen stammen. Zudem habe der Komet Tempel 1 viele Furchen. "Die Kamera hat so lange Bilder aufgenommen, bis sie von Kometenpartikeln getroffen wurde." 3,7 Sekunden vor dem Aufprall leitete das Projektil die letzten Bilder an die Raumsonde und von dort an die Erde weiter.

Bereits am Samstagabend hatte die Raumsonde "Deep Impact" das kupferverstärkte Geschoss auf den Weg gebracht, das dann mit einer Geschwindigkeit von mehr als 37.000 Kilometer pro Stunde auf den Kometen zuraste. In den letzten zwei Stunden der 333 Millionen Dollar teuren Mission, nahm das Geschoss den Angaben zufolge vier Bilder pro Minute auf, die nun allesamt von den Experten ausgewertet werden können. "Deep Impact" beobachtete das Spektakel aus sicherer Entfernung, um Bilder und Daten zu sammeln.

DPA/AP AP DPA

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