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Astronomie: Bislang kleinster Exoplanet entdeckt

Ein europäisches Forscherteam hat den bislang kleinsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Er hat nur knapp die doppelte Masse unserer Erde und befindet sich in der sogenannten bewohnbaren Zone.

Der bislang kleinste entdeckte Exoplanet kreist um den 20,5 Lichtjahre entfernten Roten Zwergstern Gliese 581, bei dem schon drei andere Planeten nachgewiesen wurden. "Es ist der masseärmste Exoplanet, der je nachgewiesen wurde, und ist sehr wahrscheinlich ein Gesteinsplanet", erläuterte der französische Astronom Xavier Bonfils vom Observatorium Grenoble. Für Leben ist es auf dem fernen Planeten allerdings zu heiß.

Ein Jahr dauert nur 3,15 Erdentage

Der neu entdeckte Trabant mit der Bezeichnung Gliese 581e umkreist seinen Stern in sehr geringer Entfernung: Ein Jahr dauert auf ihm nur 3,15 Erdentage. Bei demselben Stern hatten die Forscher vor zwei Jahren bereits einen Planeten in der sogenannten bewohnbaren Zone entdeckt, also in dem Gürtel, wo Wasser flüssig ist. Der Planet Gliese 581d hat etwa die siebenfache Masse der Erde. Er umkreist den Roten Zwergstern in knapp 67 Tagen, wie die Forscher aus den neuen Beobachtungsdaten ermittelten.

"Gliese 581d ist wahrscheinlich zu massereich um nur aus Gesteinsmaterial zu bestehen", betonte Bonfils Kollege Stephane Udry. Möglicherweise handele es sich jedoch um einen Eisplaneten, der näher an seinen Stern herangewandert sei. Gliese 581 d könnte sogar von einem großen und tiefen Ozean bedeckt sein - er ist der erste ernsthafte Kandidat für eine Wasserwelt." Zuvor hatten Forscher bereits die Planeten Gliese 581c und 581b entdeckt. Planet c hat etwa die fünffache Erdmasse und b die 16-fache.

Die Entdeckung des bislang kleinsten Exoplaneten gelang den Astronomen mit dem Präzisionsinstrument "Harps" an der europäischen Südsternwarte in Chile. Es entdeckt kleinste Schwankungen von Sternen, an denen die Schwerkraft ihrer Planeten zerrt. Die Astronomen stellten ihre Entdeckung, die zur Veröffentlichung im Fachjournal "Astronomy & Astrophysics" eingereicht ist, auf einer Fachtagung im britischen Hatfield vor.

DPA / DPA
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