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Hintergrund: Der Stolz der Nation

Wenn Chinas Medien über Raketen und Raumschiffe berichten, werden sie poetisch wie einst die Dichter am Hof der Gelben Kaiser: Bei Militärmanövern, die das abtrünnige Taiwan einschüchtern sollen, schwärmen Journalisten von "milchweißen Raketen, die sich an Gebirgszüge schmiegen". Als die erste Raumkapsel heil zur Erde zurückkehrte, sülzte die staatliche Nachrichten-Agentur "Neues China": "Einem gezähmten Wildpferd gleich stieg sie vom Himmel herab". Im Inneren des Raumschiffes, dessen Nachfolger bald Menschen ins All befördern sollen, hatte die rote Nationalfahne mit den fünf gelben Sternen gerade vierzehnmal die Erde umkreist, an der Außenhülle prangte die Handschrift Präsident Jiang Zemins. Den Namen hatte der Präsident, ein gelernter Ingenieur, persönlich ausgesucht: Shenzhou, Göttliches Schiff.

Seit Wochen liegen in den Redaktionsstuben die nächsten Jubelarien bereit, seit ein paar Tagen sind die Zeitungen voll mit Artikel über den für diese Woche angekündigten ersten bemannten Flug ins All. Fünfunddreißig Jahre nachdem der Russe Juri Gagarin als erster Mensch ins All flog und 30 Jahre nachdem US-Astronauten den Mond betraten, steigt China nun zur dritten Raumfahrt-Supermacht auf. Wie einst die Sowjets geben die Chinesen den Start ihrer Raumschiffe erst bekannt, nachdem sie sicher zur Erde zurückgekehrt sind.

Nationalhymne aus dem Weltall

Seit 1970, als der erste chinesische Satellit aufstieg und 26 Tage pausenlos die Nationalhymne "Der Osten ist rot" zur Erde funkte, startete China 63 Satelliten. Siebenmal jedoch gelangten die Satelliten nicht in die geplante Umlaufbahn oder explodierten. Der schwerste Unfall ereignete sich im Februar 1996, als die Rakete "Langer Marsch 3C" 21 Sekunden nach dem Start außer Kontrolle geriet, zu Boden stürzte, explodierte und sechs Menschen tötete. Bevor sie Menschen ins All beförderten, hatte die Sowjetunion sieben unbemannte Raumflüge gestartet, die USA 21. China schickt den ersten Menschen nach nur vier Testläufen.

Der ehemalige Präsident Jiang Zemin, heute als Vorsitzender der Militärkommission immer noch mächtig, hatte 1992 ein gewaltiges Weltraumprogramm auflegen lassen: mit 300 Forschungseinrichtungen im eigenen Land, Bodenkontrollstationen im afrikanischen Namibia sowie auf den Kiribati-Inseln im Süd-Pazifik und vier Beobachtungsschiffen, die bei jedem Raumflug auf den Ozeanen kreuzen und Funkverbindung halten. Quyang Ziyuan, Direktor der Chinesischen Raumfahrtbehörde kündigte kürzlich an, dass "China Expeditionen zum Mond durchführen und an internationalen Projekten zur Erforschung des Mars teilnehmen" will. Er träumt davon, andere Planeten zu kolonisieren. Es wird "rund 200 Jahre dauern, bis wir den Mars so umgebaut haben, dass Menschen dort leben können", sagte er.

Stolz der Nation

Das Entwicklungsland, dessen 900 Millionen Bauern pro Kopf und Jahr wenig mehr als umgerechnet 500 Mark verdienen, will mit seinem ehrgeizigen Weltraumprogramm "den Stolz und Zusammenhalt der Nation stärken", erklärten die Sprachrohre der Kommunistischen Partei. Nebenbei unterstreicht die Volksrepublik auf internationalem Parkett ihren Großmacht-Anspruch und erhöht die Schlagkraft ihrer schlecht ausgerüsteten Streitkräfte. Offiziell aber geht es nur um den zivilen Nutzen der Raumfahrt.

Als Chinas erstes Raumschiff Shenzhou-1 im November 1999 aus dem All zurückkehrte, verschoben die Sonntagszeitungen eigens den Andruck. Erst am Mittag erschienen sie, dafür aber mit der Schlagzeile: "Flug lässt die Welt erzittern." Eine Übertreibung, in der sich die Sehnsucht der Chinesen spiegelt, nach Jahrhunderten des Niedergangs und der Demütigung durch die Kolonialmächte wieder zu alter Größe aufzusteigen - zum geachteten Reich der Mitte. Nationalisten träumen sogar davon, Amerika die Rolle als einzige Supermacht streitig zu machen. Weil auch Indien und Malaysia milliardenschwere Weltraumprogramme unterhalten, spricht der irische Raumfahrtexperte Brian Harvey von einem "nationalen Männlichkeits-Wettbewerb unter den asiatischen Nationen."

Start in der Mongolei

Das chinesische Götterschiff ist nach dem betagten Vorbild der russischen Sojus-Kapsel gebaut, die seit 1967 für bemannte Raumflüge eingesetzt wird. Sie wurde damals für drei Insassen konzipiert. Wer sich jemals hinein gezwängt hat, staunt allerdings, wie drei ausgewachsene Leute in diesen engen Käfig passen sollen. Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa beklagt heute, da die Sojus-Kapsel als Rettungsboot für die Internationale Raumstation ISS dient, dass ihre langen Kerle nicht hinein passen und daher von Flügen zur ISS ausgeschlossen werden müssen. China vergrößerte die Sojus-Kapsel um 13 Prozent - allerdings nicht zur Hebung des Komforts. Westliche Experten schätzen, dass sich bei künftigen Flügen bis zu vier zierliche Chinesen den Platz in der Shenzhou-Kapsel teilen sollen. Das Land liebäugelt mit der Idee, es zu einer kleinen Raumstation auszubauen. Shenzhou-2 enthält eine Ausstiegsluke für Taikonauten - so werden Raumfahrer aus dem Reich der Mitte genannt, abgeleitet vom chinesischen Wort für Weltraum. Diesmal allerdings rechnen Experten nur mit einem Weltraumfahrer, ausgewählt aus einer Crew von 14 Taikonauten, die sich seit Wochen in der Abschussstation in der Inneren Mongolei befinden, einer nordchinesischen Provinz.

Genau wie Russen und Amerikaner schickten die Chinesen bei ihren ersten Ausflügen ins All zuerst einmal niedere Lebewesen vor: einen Affen, einen Hund, einen Hasen und etliche Schnecken und Pflanzen. Anders als die russische Mischlingshündin Laika, die 1964 in der Umlaufbahn jämmerlich erstickte, weil die Russen die Landetechnik noch nicht beherrschten, kehrte der Zoo wohlbehalten zur Erde zurück. Wie schon die anderen großen Raumfahrtmächte montierten Chinas Wissenschaftler im November 1998 an die Spitze der nachgebauten Sojus-Kapsel einen spindeldürren Rettungsturm mit ein paar kräftigen, wenn auch nur sekundenlang brennenden Feststoff-Raketen. Bei einem Start-Unfall soll er die Crew aus der Vernichtungszone katapultieren. Dies war für die Fachwelt ein sicherer Hinweis darauf, dass China an bemannte Raumfahrt denkt.

Russen als Vorbild

Auch bei der Energieversorgung lehnen die Chinesen sich an ihre russischen Lehrmeister an: Sie versehen ihre Kapsel mit Solarzellen, die auf den ersten Blick aussehen wie die Flügel des Raumschiffs und unbegrenzte Zeit funktionieren. Die Amerikaner setzen dagegen beim Space Shuttle, wie bei seinen Vorgängern, auf Brennstoffzellen, die aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom herstellen. Dieses Verfahren wird zurzeit auch als Antrieb für künftige Autos favorisiert, hat aber einen schweren Nachteil: Wenn Wasserstoff und Sauerstoff verbraucht sind, muss das Raumfahrzeug zu Boden. Die maximale Flugzeit des Space Shuttle beträgt zwölf Tage. Erst neuerdings, bei der Raumstation ISS, lässt sich auch die Nasa auf Sonnen-Energie ein.

Russland hat das chinesische Raumfahrtprogramm jahrelang unterstützt: Im Sternenstädtchen bei Moskau trainierten Taikonauten für künftige Ausflüge in die Schwerelosigkeit. Zwei Jahre zuvor bildeten russische Kosmonauten ihre chinesischen Kollegen in einem streng geheimen Trainingszentrum im Westen Pekings aus. Der Versuch Pekings, bewährte russische Raketenmotoren des Typs RD-270 zu kaufen, aber scheiterte. Im hart umkämpften Markt für Satellitenstarts sind Russen und Chinesen längst Konkurrenten. In den letzten Jahren eroberten die Chinesen einen Anteil von neun Prozent aller kommerziellen Satellitenstarts. Die Chinesen unterbieten die Tarife für Satelliten-Transporte gnadenlos - bis zur Hälfte der Preise, die Europas Weltmarktführer Ariane fordert.

Strenge Geheimhaltung

Über die wahren Kosten ihres Weltraumprogramms schweigen sich die Chinesen aus. Die Militärs legen Wert auf strenge Geheimhaltung. Wie einst die Sowjets gaben sie den Start ihres ersten Raumschiffes erst bekannt, nachdem es sicher zur Erde zurück gelangt war. Chinas Generäle hoffen auf Weltraumgestützte Laser-Waffen und darauf, Amerikaner, Russen und Inder aus dem All besser ausspionieren zu können.

Astronauten eroberten einst mit umgebauten Interkontinentalraketen den Weltraum – die Russen mit ihrer SS-6 "Sapwood", die Amerikaner mit "Redstone" und "Atlas". Doch seit Wernher von Brauns Saturn-Rakete, die 1969 zwei Männer auf den Mond brachte, geht die Entwicklung getrennte Wege: Die Militärs erwärmten sich für Feststoff-Raketen, die auf Knopfdruck startklar sind und jahrelang einsatzbereit bleiben. Sie lassen sich aber weder stoppen noch ein zweites Mal zünden und sind damit für zivile Raum-Expeditionen nicht zu gebrauchen. Zivile Raketen dagegen taugen wegen ihrer stundenlangen Startvorbereitungen nicht für den Krieg. Während sie auf ihrer Startrampe betankt und geprüft werden, sind sie äußerst verwundbar. Bis der Count-down herunter gezählt ist, hat der präventive Gegenschlag sie schon hinweg gefegt.

In China aber träumen einige Forscher davon, dass die Milliardeninvestionen in das Göttliche Schiff auch gegen ein "wahres Teufelswerk" helfen, das amerikanische Vorhaben National Missile Defense (NMD). Washington plant einen Schutzschild gegen Interkontinental-Raketen, um diese in der Luft zu zerstören, ehe sie in den eigenen Großstädten einschlagen. Das Lageregelungs-System, mit dem China den Kurs seiner Raumschiffe im All korrigiert, soll NMD matt setzen. Der Pekinger Militärexperte Song Yichang schwärmt: "Das ist unsere Trumpfkarte. Wir können unsere Raketen im All ein bisschen tanzen lassen und so den Attacken unserer Gegner ausweichen".

Matthias Schepp/Peter Thomsen
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(