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Im Schatten der Erde: Der Mond trägt kupferrot

Wer heute Nacht nicht schlafen kann, sollte aus dem Fenster schauen - und den Mond in kupferrotem Farbton bewundern. Grund dafür ist eine totale Mondfinsteris, die letzte, die man in Mitteleuropa bis zum Jahr 2011 beobachten kann. Wann es sich lohnt, aufzustehen.

Wenn das Wetter es zulässt, zeigt sich Frühaufstehern am Donnerstagmorgen ein kupferroter Mond: Der Erdtrabant taucht in den Schatten der Erde ein, es kommt zu einer totalen Mondfinsternis. Das kosmische Schattenspiel ist von ganz Mitteleuropa aus beobachtbar. Zwischen 4.00 Uhr und kurz vor 5.00 Uhr verdunkelt der Kernschatten der Erde den Mond, der sich zugleich rötlich färbt. Das Himmelsspektakel bietet die letzte Beobachtungschance für eine totale Mondfinsternis in Mitteleuropa bis zum 15. Juni 2011. Die Wetteraussichten in Deutschland sind allerdings nicht besonders gut. Nach Angaben des Wetterdienstes meteomedia überwiegen am Donnerstag Wolken und es ist mit Regen zu rechnen.

Verdunklung von Minute zu Minute

Bereits um 2.43 Uhr beginnt der Mond, in den Kernschatten der Erde einzutauchen. Er steht zu dieser Zeit halbhoch am Südwesthimmel. Von Minute zu Minute wird der Erdtrabant dann dunkler, bis er um 4.01 Uhr komplett im Schatten versunken ist. Er wird dabei aber nicht völlig dunkel, sondern leuchtet in einem mehr oder minder hellen Kupferrot. Denn die Erdatmosphäre lenkt einen Teil des Sonnenlichts in den Kernschattenbereich. Da kurzwelliges Licht in der Lufthülle der Erde stärker gestreut wird als langwelliges, fehlt dem abgelenkten Sonnenlicht der blaue Anteil. So gelangt vor allem rotes Licht auf die Mondoberfläche. Vom Mond aus gesehen leuchtet ein roter Feuerkranz um die Erdkugel.

Wie hell der Mond im Kernschatten erscheint, hängt vom Verschmutzungsgrad der Erdatmosphäre ab. Vor allem nach großen Vulkanausbrüchen in den vergangenen Jahrhunderten, die große Mengen Staub hoch in die Atmosphäre schleuderten, gab es recht dunkle Mondfinsternisse. Der Mond schimmerte in einem schwachen Braunrot und war kaum zu sehen. Auch bei global starker Bewölkung erscheint der verfinsterte Erdtrabant dunkler, während er bei sehr klarer Lufthülle in der totalen Phase in einem hellen Kupferrot leuchten kann.

Höhepunkt um 4.26 Uhr

Der Höhepunkt der Finsternis ist um 4.26 Uhr erreicht. Die totale Finsternis dauert bis 4.52 Uhr, wenn der Erdtrabant beginnt, den Kernschatten wieder zu verlassen. Um 6.09 Uhr ist der Mond schließlich ganz aus dem Kernschatten der Erde aufgetaucht, der sichtbare Teil der Finsternis endet. Der Erdtrabant hat sich bis dahin deutlich dem Westhorizont genähert, hinter dem er um 7.25 Uhr verschwinden wird. Astronomisch korrekt endet die Finsternis erst wenige Minuten vor dem Untergang des Mondes um 7.17 Uhr, wenn der Mond auch den Halbschatten der Erde wieder komplett verlassen hat. Dieser Vorgang ist allerdings - ebenso wie der Eintritt des Mondes in den Halbschatten um 1.35 Uhr - so unauffällig, dass er mit dem bloßen Auge unbeobachtbar bleibt.

DPA / DPA