ISS Deutscher Astronaut leidet an "Weltraumkrankheit"


Weil er vermutlich unter der "Weltraumkrankheit" leidet, kann der deutsche Astronaut Hans Schlegel nicht wie geplant an einem Außeneinsatz an der internationalen Raumstation ISS teilnehmen. Die Installation des neuen Labors "Columbus" verzögert sich deswegen. Doch die Nasa hat noch mit weiteren Überraschungen zu kämpfen.

Sorge um Hans Schlegel: Der 56-jährige deutsche Astronaut wird nicht wie geplant ins All aussteigen. Grund sind nach Angaben der US-Weltraumbehörde Nasa "gesundheitliche Probleme" an Bord der Raumfähre "Atlantis". Während die Nasa keine Einzelheiten nannte, berichtete die Zeitung "Florida Today", es handele sich offensichtlich um die sogenannte Weltraumkrankheit. Die Nasa wollte jedoch nicht sagen, wer unter den insgesamt sieben Astronauten erkrankt sei. Der Shuttle war am Donnerstag mit dem europäischen Weltraumlabor "Columbus" an Bord zur Internationalen Raumstation ISS gestartet.

Die "Space adaptation sickness" äußere sich meist als Unwohlsein, Schwindel und Orientierungsproblemen. Nach Angaben von Experten entstehe sie bei einer Anpassung an einen längeren Aufenthalt in der Schwerelosigkeit. Es handele sich um ein bekanntes Phänomen unter Astronauten, das nicht selten auftrete. Unter den Astronauten sind fünf Amerikaner und der Franzose Léopold Eyharts.

Offiziell hüllte sich die Nasa in Schweigen. Missions-Manager John Shannon sagte lediglich: "Es ist nicht lebensbedrohlich." Schlegel, der bereits 1993 mit der Raumfähre "Columbia" unterwegs war, hätte am Sonntag das Andocken des europäischen Weltraumlabors "Columbus" an ISS vorbereiten sollen. Der Einsatz wurde um 24 Stunden verschoben, Schlegel werde dann nicht an ihm teilnehmen, teilte die Nasa mit. Der Weltraumeinsatz soll mehr als sechs Stunden dauern - solche Außeneinsätze gelten als extrem anstrengend für die Astronauten.

"Atlantis"-Mission wird um einen Tag verlängert

Missions-Manager John Shannon erklärte weiter, Schlegel werde durch seinen Astronautenkollegen Stanley Love ersetzt. Ob Schlegel auch auf den geplanten zweiten "Weltraumspaziergang" verzichten muss, war zunächst unklar. Weiter heißt es, die "Atlantis"-Mission werde um einen Tag verlängert. Die Rückkehr sei jetzt für den 19. Februar geplant.

Der Shuttle "Atlantis" hatte am Samstag nach monatelangen Verzögerungen und zweitägigem Flug an der ISS angekoppelt. Neben den plötzlichen Gesundheitsproblemen an Bord der Raumfähre gab es für die Nasa weitere Überraschungen. Am Heck des Orbiters wurde ein Riss in einer Isoliermatte entdeckt. Überdies fiel ein Navigationscomputer aus, von dem es allerdings noch zwei weitere an Bord gibt, wie Space-Shuttle-Flugdirektor Mike Sarafin sagte. Er bezeichnete den Defekt an der Matte als "sehr klein". Es würden zusätzliche Informationen über den Schaden und dessen Ausmaße gesammelt. Die Experten untersuchten ferner die Ursachen des Computerausfalls.

Bereits bei einer "Atlantis"-Mission im Sommer vorigen Jahres hatte sich ein Stück der Isoliermatte am Heck gelöst. Astronauten flickten damals den Schaden bei einem zusätzlichen Außenbordeinsatz.

"Columbus" ist der wichtigste europäische Beitrag zur Internationalen Raumstation. In dem 880 Millionen Euro teuren Labor sollen zehn Jahre lang wissenschaftliche Versuche in der Schwerelosigkeit stattfinden. Die Raumfähre war am Donnerstag nach zweimonatiger Verspätung zu ihrer Reise zur ISS aufgebrochen. Probleme mit Tanksensoren hatten die Nasa-Manager den Start immer wieder verschieben lassen.

DPA DPA

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