ISS Sonnensegel eingeholt

Des Widerspenstigen Zähmung, so könnte man das erfolgreiche Verstauen des Sonnensegels der Raumstation ISS bezeichnen. Erst im zweiten Anlauf und nach mehr als fünfeinhalb Stunden Arbeit gelang es zwei Astronauten, das Segel zusammenzuklappen.

Zwei Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS haben im zweiten Anlauf erfolgreich ein klemmendes Sonnensegel eingeholt. Der US-Astronaut Robert Curbeam und sein schwedischer Kollege Christer Fuglesang benötigten knapp fünfeinhalb Stunden, um das rund 35 Meter lange Segel zusammenzufalten. Curbeam stellte nebenbei noch einen neuen Raumfahrtrekord auf. Als erster Astronaut überhaupt stieg der 44-Jährige zu vier Außenbordeinsätzen während eines Fluges aus.

Zurück zur Erde

Die Raumfähre "Discovery" wird jetzt am späten Dienstagabend von der ISS abkoppeln und den deutschen Astronauten Thomas Reiter wieder zur Erde zurückbringen. Der 48-Jährige war am 4. Juli mit der "Discovery" zu einem Langzeiteinsatz auf der Raumstation gestartet. Nach mehr als fünfeinhalb Monaten soll Reiter jetzt noch vor Weihnachten am kommenden Freitag um 21.56 Uhr MEZ auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida landen.

Um das klemmende Sonnensegel einzuholen, verlängerte die US-Weltraumbehörde Nasa den Einsatz der "Discovery" um einen Tag. Das Segel ist bereits sechs Jahre alt und war nur als eine Zwischenlösung zur Energieversorgung gedacht. Nachdem zwei neue Sonnensegel im September an der ISS angebracht wurden, stand das alte im Weg. Das zweite alte Sonnensegel soll im März kommenden Jahres eingeholt werden. Danach wird das gesamte Segment mit den beiden zusammengefalteten Segeln an anderer Stelle an der ISS anmontiert.

Sanfte Gewalt führt zum Erfolg

Ein erster Versuch, das widerspenstige Segel einzuholen, war in der Nacht zum Sonntag trotz kräftigen Schüttelns und Rüttelns gescheitert. Auch Curbeam und Fuglesang versuchten es zunächst wieder mit sanfter Gewalt. Am Ende ließen sich die einzelnen Felder des Segels scheinbar mühelos einklappen. "Ja", jubelte Curbeam am Ende und die Bodenzentrale in Houston applaudierte den beiden Astronauten.

DPA DPA

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