Internationale Raumstation Segelflicken unter Strom


Gut 200 Kilometer über der Erde haben zwei US- Astronauten den ersten Teil einer spektakulären Reparatur im Weltall durchgeführt. Ein eingerissenes Sonnensegel an der Internationalen Raumstation ISS muss geflickt werden - während es unter Strom steht.

Astronauten der US-Raumfähre "Discovery" haben einen riskanten Außenbordeinsatz unternommen, um ein defektes Sonnensegel der Internationalen Raumstation (ISS) zu reparieren. Die Weltraumbehörde Nasa sprach von einer der schwierigsten je im freien All unternommenen Reparaturen. Der Einsatz wurde mehrfach verschoben, die Ingenieure auf der Erde hatten fieberhaft an einer Lösung des Problems gearbeitet.

Um den Riss im Sonnensegel der Raumstation, das für die Energieerzeugung benötigt wird, zu flicken, schwebten zwei Astronauten in den freien Weltraum. Scott Parazynski und Douglas Wheelock wurden mit Hilfe des knapp 30 Meter langen Roboterarms zu dem Sonnensegel manövriert. Dort angekommen, untersuchte Parazynski zunächst die defekte Stelle und schickte mit seiner Helmkamera aufgenommene Bilder zur Bodenstation.

Erst nach genauerer Untersuchung des Defekts konnte Parazysnki mit der Reparatur beginnen. Geführt wurde er dabei von seinem Kollegen Wheelock. Parazynski installierte zunächst eine Klammer an dem gerissenen Sonnensegel.

Gefährlich ist die Reparatur, weil das Solarsegel auch während der Arbeiten mit mehr als 100 Volt unter Strom stand. Um das Risiko eines Stromschlages zu verringern, wurden alle Metallteile an Parazynskis Weltraumanzug sowie alle seine Werkzeuge mit Isolierband abgeklebt.

Es ist Parazysnkis vierter Außenbordeinsatz während der derzeitigen Mission der Raumfähre "Discovery". Zwei technische Problem schränken derzeit die Stromversorgung der ISS ein. Bevor nicht wenigstens einer der beiden Defekte behoben ist, kann die Weltraumstation nicht erweitert werden. Der Riss in einem der Sonnensegel wurde entdeckt, als dieses am Dienstag während eines Außenbordeinsatzes entfaltet wurde. Zusätzlich ist ein Drehgelenk defekt, das die Segel immer an der Sonne ausrichten soll. Die Ursache der Schäden war bis Donnerstag noch nicht völlig geklärt.

Liz Austin Peterson/AP AP

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