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Alexander Gerst: Deutscher Astronaut spaziert durchs All

"Spacewalk" sagen die Amerikaner, "Weltraumspaziergang" heißt es im Deutschen. Tatsächlich ist ein Außenbordeinsatz im All harte Arbeit. Astronaut Alexander Gerst kann nun ein Lied davon singen.

Fertig machen zum Ausstieg: Astronaut Alexander Gerst kurz bevor er zu seinem Außeneinsatz die ISS verlässt

Fertig machen zum Ausstieg: Astronaut Alexander Gerst kurz bevor er zu seinem Außeneinsatz die ISS verlässt

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist zu einem Außeneinsatz ins All ausgestiegen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigte in einer Übertragung im Internet, wie Gerst am Dienstag zusammen mit seinem US-Kollegen Reid Wiseman durch eine Luke vorsichtig die Internationale Raumstation ISS verließ.

Gerst und Wiseman sollen rund 400 Kilometer über der Erde unter anderem Montagearbeiten an einem Roboterarm und einem defekten Pumpenmodul erledigen. Für den Einsatz sind mehr als sechs Stunden veranschlagt.

Kurz vor dem Ausstieg hatte Gerst über den Kurznachrichtenkanal Twitter an seinen Kollegen Wiseman geschrieben: "Let's take a walk on the wild side" (etwa: Lass uns ein Abenteuer wagen). Es ist der erste Außeneinsatz eines deutschen Raumfahrers seit mehr als sechs Jahren. Außerdem ist Gerst erst der dritte Deutsche, der einen "Weltraumspaziergang" unternimmt. Vor ihm waren Thomas Reiter (2006) und Hans Schlegel (2008) aus der ISS ausgestiegen.

Bei einem Außenbordeinsatz - offiziell "extra vehicular activity" (EVA) - steigen in der Regel zwei Raumfahrer zusammen aus, gesichert sind sie durch eine Leine. Für den Notfall tragen Astronauten auch einen Raketentornister ("Safer"), der sie zum Raumschiff zurück manövrieren kann. Trainiert wird ein Außenbordeinsatz meist unter Wasser in einem Tauchbecken.

Gerst arbeitet seit Ende Mai auf der Raumstation. Der 38-jährige Geophysiker aus Künzelsau in Baden-Württemberg soll Anfang November zur Erde zurückkehren. Außer Gerst und Wiseman arbeiten derzeit zwei Kosmonauten und eine Kosmonautin sowie ein weiterer US-Amerikaner auf der ISS.

dho/DPA / DPA