Mars-Mission Es gab Wasser auf dem Mars!


Der Mars-Rover "Opportunity" hat den Beweis erbracht: Auf dem Roten Planeten ist einst Wasser im Überfluss geflossen - genügend, um Leben zu ermöglichen.

Der Mars-Rover "Opportunity" hat den Beweis erbracht: Auf dem Roten Planeten ist einst Wasser im Überfluss geflossen - genügend, um Leben zu ermöglichen. Das hat die NASA bei einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in Washington am Dienstag bekannt gegeben.

Demnach hatte der Rover unter anderem mit Hilfe des deutschen Spektrometers einen Felsen in der Meridian-Tiefebene untersucht. Klare Hinweise auf Wasservorkommen ergaben unter anderem bestimmte Salz- und Schwefelverbindungen sowie das Aussehen des Felsens. "Flüssiges Wasser ist einst durch diese Felsen geflossen. Es änderte ihre Beschaffenheit, und es änderte ihre chemische Zusammensetzung", sagte Squyres, der Chefwissenschaftler für die Geräte im Rover.

Für Leben geeignet

Den nüchternen NASA-Wissenschaftlern war bei der Verkündung der Nachricht die Aufregung anzumerken. Bereits seit Tagen hatten Beobachter im zuständigen Jet Propulsion Laboratory der NASA im kalifornischen Pasadena eine stetig wachsende Begeisterung registriert. Doch wie die Web-Fachzeitschrift "Space.com" berichtete, bewahrten die Wissenschaftler nach außen hin ein "Pokerface".

Am Dienstag platzte die Bombe. Stolz verkündeten NASA- Chefwissenschaftler Ed Weiler, "Opportunity" sei in einem Gebiet gelandet, das einst von flüssigem Wasser überflutet war. "Diese Gegend wäre eine gute, bewohnbare Umgebung gewesen." Squyres betonte, "dies ist die Art Ort, die für Leben geeignet gewesen wäre". Das bedeute aber natürlich nicht, dass es wirklich Leben gegeben habe.

Deutscher Beitrag gewürdigt

Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich einst Leben auf dem Roten Planeten entwickelt haben könnte, sei mit den neuen Hinweisen auf Wasser gestiegen, sagte die Leiterin der Exobiologie-Arbeitsgruppe beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Petra Rettberg. Es sei jedoch sehr unwahrscheinlich, dass es heute noch Leben gibt.

Squyres betonte, zu der lange erhofften Entdeckung habe auch der deutsche Mößbauer-Spektrometer beigetragen. Der MIMOS II wurde an der Universität Mainz entwickelt. Er ermöglicht erstmals die direkte Untersuchung und Bestimmung der eisenhaltigen Gesteins- und Bodenproben. Weiler würdigte die deutschen Wissenschaftler Göstar Klingelhöfer und Ralf Gellert von der Universität Mainz, die an der Entwicklung der deutschen Geräte beteiligt waren.

Felsen müsste optimalerweise ur Erde gebracht werden

Ziel aller Marsforschungen sei die Beantwortung der ewigen Frage, ob es Leben auf dem Mars gab. "Die heutigen Ergebnisse sind ein riesiger Schritt auf dem Weg, dieses langfristige Ziel zu erreichen", sagte Weiler. Die NASA nutzte den Erfolg, um aufbauend auf die Mars- Pläne von Präsident George W. Bush ihre künftigen Ziele abzustecken.

"Das Beste wäre, man könnte einen dieser Felsen zur Erde zurückbringen," sagte Squyres. Dann könne man besser sagen, wie lange das Wasser dort floss und ob die Felsen auf dem Boden eines See lagen oder von Grundwasser umspült wurden. Der NASA-Wissenschaftler Jim Garvin erklärte, nach diesem Fund sei die Meridian-Tiefebene ein erster Favorit für eine künftige Lande- und Rückkehrmission, bei der Felsen zur Auswertung auf die Erde gebracht werden sollen.

Der sechsrädrige Rover "Opportunity" war Ende Januar in der Meridian-Tiefebene gelandet. Sein Zwilling "Spirit" war bereits drei Wochen zuvor angekommen und erforscht seitdem die andere Seite des Roten Planeten.

Thomas Müller, DPA

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