Raumfähre "Discovery" gelandet Thomas Reiter zurück auf der Erde

Thomas Reiter ist nach 171 Tagen im All wieder wohlbehalten zur Erde zurückgekehrt. Die Raumfähre "Discovery" landete mit sieben Crew-Mitgliedern an Bord auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida, nachdem sie wegen schlechten Wetters eine Ehrenrunde im All hatte drehen müssen.

Der deutsche Astronaut Thomas Reiter ist an Bord der US-Raumfähre "Discovery" sicher zur Erde zurückgekehrt. Nach 13 Tagen im All landete die "Discovery" am Freitagabend um 23.32 Uhr MEZ in Cape Canaveral im US-Staat Florida. Reiter verbrachte fast ein halbes Jahr auf der Internationalen Raumstation (ISS). Nun kann der 48-Jährige Weihnachten im Kreis seiner Familie feiern. Wegen schlechten Wetters war bis zuletzt unklar, ob die Raumfähre in Florida landen kann.

Als Ausweichplätze waren der Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien und der Weltraumbahnhof White Sands in New Mexico im Gespräch. Erst als klar war, dass es in Cape Canaveral nicht regnen würde, nahm die "Discovery" Kurs auf das Kennedy Space Center. "Es ist toll, euch in Florida zu haben", funkte die Bodenkontrolle in das Shuttle. "Hier sind sieben Leute begeistert", antwortete der "Discovery"-Kommandant Mark Polansky. "Wir glauben, es werden großartige Feiertage." Wenige Stunden vor der Landung spielte der ISS-Kommandant Michael Lopez-Alegria den Titel "I'll be Home for Christmas". "Ich dachte, das ist angemessen für die ‘Discovery'", erklärte er. Die "Discovery" hatte ein neues Gitterstrukturelement sowie Versorgungsgüter und Ausrüstung zur ISS gebracht.

ISS wurde neu verkabelt

Bei vier heiklen Außenbordeinsätzen wurde die Raumstation neu verkabelt und ein ausgemustertes Sonnensegel eingeholt. Reiter verbrachte für die Esa-Mission "Astrolab" 171 Tage im Weltraum. Er war am 4. Juli ins All gestartet, zwei Tage später meldete er sich als Flugingenieur auf der Raumstation zum Dienst. Damit war erstmals seit dem Absturz der Raumfähre "Columbia" im Februar 2003 wieder eine dreiköpfige ständige Mannschaft an Bord der ISS. Während seines Aufenthalts verließ Reiter gemeinsam mit seinem Nasa-Kollegen Jeffrey Williams einmal die Station für knapp sechs Stunden. Während dieses Außenbordeinsatzes Anfang August brachten die beiden Astronauten Ausrüstung für den weiteren Bau der ISS sowie eine Reihe von Instrumenten und Experimenten an der Außenstruktur an.

Reiter sammelte nach Angaben der Esa im Laufe der Mission auch Daten über die Strahlungsdosis, der er bei Arbeiten innerhalb und außerhalb der ISS ausgesetzt war. Diese sollen Wissenschaftlern und Medizinern helfen, das Strahlungsrisiko bei Weltraumflügen zu beurteilen. Am Donnerstag plauderten die Astronauten mit amerikanischen Schülern über die Arbeit im All. Auf die Frage, wie lange er brauchen werde, um sich wieder an die Schwerkraft auf der Erde zu gewöhnen, sagte Reiter, nach seinem letzten Raumflug habe dies eine Woche gedauert. Er hoffe, diesmal gehe es schneller - "vielleicht drei oder vier Tage".

Reiter wird Mitte Januar nach Deutschland zurückkehren

"Ich habe viel und hart in der Weltraumstation dafür trainiert, mich dieses Mal wieder normal zu fühlen, wieder gehen und hoffentlich sogar mit dem Joggen anfangen zu können. Ich bin sehr gespannt darauf, wie lange es diesmal dauern wird." Nach eingehenden Untersuchungen sollen Reiter sowie sein schwedischer Kollege Christer Fuglesang im neuen Jahr nach Europa zurückkehren. Reiter wird Mitte Januar wieder in Deutschland sein, wie die Esa mitteilte.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung gratulierte Reiter zu seiner erfolgreichen Weltraummission. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff beglückwünschte den deutschen Astronauten. "Im Namen aller Niedersachsen begrüße ich Thomas Reiter zurück auf der Erde", erklärte er am Samstag. "Niedersachsen ist stolz auf seinen am weitesten gereisten Mitbürger." Reiter lebt mit seiner Familie in Rastede bei Oldenburg.

DPA DPA

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