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Chronologie Von Marsnik 1 bis Perseverance – Triumphe und Pleiten der Marsforschung


Der Mars übt seit Generationen eine enorme Faszination aus. Seit die Menschheit Raumfahrt betreibt, sind etliche Missionen zum äußeren Nachbarplaneten gestartet. Nicht alle gingen gut aus. Eine Chronologie.

Seit Menschen Raumschiffe ins All schicken können, wollen sie auch den Roten Planeten erforschen. Die Mars-2020-Mission der Nasa mit dem Rover Perseverance, der an diesem Donnerstag landen soll, ist die nur vorläufig letzte von mehr als 40 Missionen zum Roten Platen in den vergangenen 60 Jahren starteten. Der Mars war dabei nie einfaches Ziel, nur die Hälfte der Missionen war erfolgreich.

Ein Überblick:

1960-1964: Sowjetische Fehlschläge

Die Sowjetunion ist bei den Mars-Missionen zunächst führend, ab Herbst 1960 schickt sie erste Sonden zum Roten Planeten. Doch sie muss eine Reihe von Fehlschlägen hinnehmen, darunter gleich bei den ersten Sonden Marsnik 1 und 2, welche die Erdumlaufbahn nicht erreichen. Die 1964 gestartete Sond 2 ist die erste Sonde, die sich dem Mars nähert – doch eine Beobachtung des Planeten gelingt nicht.

1965: Vorbeiflug von Mariner 4

Am 15. Juli 1965 schreibt das US-Raumschiff Mariner 4 Geschichte, als es am Roten Planeten vorbeifliegt und davon rund 20 Fotos an die Erde schickt.

Mars-Sonde Mariner 4
Erste Nahaufnahmen vom Roten Planeten: russische Mars-Sonde Mariner 4
© Nasa/JPL-Clatech

1971: Erster Satellit des Mars

Im November 1971 wird Mariner 9 zum ersten Satelliten, der den Mars umrundet und eine detaillierte fotografische Karte mit Spuren von Vulkanismus und Flusserosion liefert. Im Dezember landet die sowjetische Sonde Mars 3 als erste auf dem Roten Planeten, doch aufgrund eines Staubsturms hört sie schon nach 20 Sekunden auf zu senden.

1976: Erste Marslandungen von Viking 1 und 2

Als erste Nation schicken die USA Raumschiffe zum Mars, die auf dem Planeten funktionieren - im Juli 1976 Viking 1 und zwei Monate später Viking 2. Zusammen schicken diese mehr als 50.000 Fotos; sie zeigen, dass es auf dem Mars keine Anzeichen von Leben gibt.

Mars Pathfinder mit dem noch nicht entfalteten Rover Sojourner vor Mars-Landschaft
Ein ikonisches Foto der Mats-Forschung: Die Sonde Pathfinder mit dem noch nicht enfalteten kleinen Rover Sojourner vor einer Marslandschaft
© Picture Alliance

1997: Mars Pathfinder und Sojourner

In den 1990er Jahren nimmt die Erkundung des Mars wieder Fahrt auf. Sieben Sonden gehen verloren, doch die US-Raumfahrtbehörde Nasa verzeichnet 1997 auch zwei Erfolge: Im Juli bringt der Mars Pathfinder den ferngesteuerten Rover Sojourner auf den Planeten. Im September tritt der Mars Global Surveyor in die Marsumlaufbahn und erforscht die gesamte Oberfläche, Atmosphäre und das Innere des Planeten. Pathfinder und Sojourner finden auch Hinweise auf Mineralien.

Rover "Perseverance" landet auf Mars

Ein Jahr später kommt es zur peinlichsten Panne der Nasa-Mars-Aktivitäten, Der Satellit Mars Climate Orbiter geht verloren, weil bei den Berechnungen zur Annäherungsprozedur an den Planeten das metrische und das angloamerikanische System vermischt wurden. Eine weitere Katastrophe 1999: Der Mars Polar Lander geht bei der Landung wegen fehlerhafter Sensoren verloren.

2003: Mars Express der Esa

Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) startet die Sonde Mars Express, die seit Dezember 2003 den Mars umkreist und noch immer in Betrieb ist. Ihre Mini-Landeeinheit Beagle 2 zeigt nie ein Lebenszeichen, wird aber 2015 auf der Oberfläche des Planeten gesichtet.

2004: Spirit und Opportunity

Im Januar 2004 werden die zwei US-Geologie-Roboter Spirit und Opportunity für erfolgreiche Missionen bis 2010 beziehungsweise 2018 auf den Mars gebracht. Opportunity legt mit 45 Kilometern die bislang längste außerirdische Strecke auf dem Boden zurück und sendet mehr als 200.000 Bilder. Vor allem aber bestätigt der Roboter die Annahme, dass es früher einmal Wasser auf dem Roten Planeten gegeben haben muss.

"Curiosity" ist immer wieder für Überraschungen gut
"Curiosity" ist immer wieder für Überraschungen gut: Auf dem Mars hat er ein Mineral entdeckt, das auf eine explosivere vulkanische Vergangenheit des Roten Planeten hindeuten könnte.
© Nasa/DPA

2012: Curiosity - immer noch in Betrieb

Nach seiner Mars-Landung im August 2012 ist der US-Roboter Curiosity heute noch in Betrieb. Er findet Indizien, dass der Planet einst für mikrobielles Leben geeignet war – und deshalb potenziell bewohnbar sein dürfte.

Im Mai 2008 erforscht Phoenix, ein weiteres US-Fahrzeug, den Permafrost auf dem Mars und bestätigt das Vorhandensein von gefrorenem Wasser.

2014: Indien – billiger und schneller

Indien bringt im September 2014 erfolgreich eine Sonde in die Mars-Umlaufbahn. Ziel der in Rekordzeit und zu geringen Kosten entwickelten Mission Mars Orbiter ist der Nachweis von Methan.

Chinas Marssonde Tianwen-1
Die chinesische Sonde Tianwen-1 umkreist den Mars und sucht nach passenden Landeplätzen für einen Lander, der voraussichtlich Mitte Mai 2021 einen Rover auf dem Mars absetzen soll.
© CNSA / DPA

2020: Ansturm auf den Mars

Die russisch-europäische Mission ExoMars wird aufgrund technischer Schwierigkeiten und der Corona-Pandemie auf 2022 verschoben.

Doch im Sommer starten gleich drei Missionen: Den Beginn machen am 21. Juli die Vereinigten Arabischen Emirate, die erfolgreich die erste Raumsonde aus der arabischen Welt auf den Weg bringen. Zwei Tage später startet China seine Lande-Mission Tianwen-1 zum Mars und am 30. Juli bringen die USA Perseverance auf den Weg.  

2021: Gleichzeitige Erforschung durch mehrere Nationen

Am 9. Februar erreicht die Sonde Al-Amal oder Hope der Vereinigten Arabischen Emirate eine Umlaufbahn des Mars, am nächsten Tag glückt Tianwen-1 dieses Manöver. Gut eine Woche später folgt Nasa-Rover Perseverance.

dho AFP

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