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Anders Behring Breivik: Im Krieg gegen den Islam

Sein Anwalt sagt, Anders Behring Breiviks wähne sich "im Krieg". Was er über die "Islamisierung" Europas schreibt, erinnert in der Tat an einen Feldzug. Doch ist er auch Teil einer Truppe?

Von Manuela Pfohl

Wir. Er schreibt immer: wir. So als sei er, Anders Behring Breivik, der Mann, der am Freitag 76 Menschen das Leben nahm, Teil einer großen Gemeinschaft. Breivik nennt sie die "Western European Resistance", eine Wertegemeinschaft gegen die Islamisierung Europas und für den Patriotismus der Aufrechten gegen die "political correctness". In seinem 1500-Seiten-Pamphlet schreibt er, für den Fall, dass die "Resistance" erfolglos bliebe, würde "…Westeuropa fallen, und mit ihm eure Freiheit und die eurer Kinder". Es sei deshalb existenziell, die Wahrheit über die Unterwanderung durch den Islam zu verbreiten. Und zwar bevor das ganze System des Westens zusammenbreche. Was nach Breiviks Überzeugung bereits in "zwei bis sieben Dekaden" der Fall sein könne.

Seit das 1560 Seiten starke Manifest des Wahnsinns bekannt ist, fragt sich alle Welt: Ist der 32-Jährige, der erst eine Bombe in Oslo zündete und wenige Stunden später 68 Kinder und Jugendliche in einem Feriencamp auf Utøya erschoss, ein geisteskranker Einzeltäter? Oder ist er tatsächlich Teil einer rechtsradikalen politischen Verschwörung gegen die liberalen Gesellschaften Europas?

Gab es Kontakte nach Hamburg?

Laut seinem Anwalt Geir Lippestat hat Islamistenhasser Breivik über Kontakte zu in- und ausländischen Rechten berichtet und sprach von "zwei Zellen unserer Organisation". Allerdings weigert sich Breivik hartnäckig, nähere Auskünfte dazu zu geben.

Die deutschen Verfassungsschützer sind jedenfalls alarmiert. Das sei nach derartigen Anschlägen aber "selbstverständlich", sagte ein Sprecher der Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV). Kurz vor dem Attentat wurde der Text seines Manifestes angeblich per E-Mail an diverse Organisationen der äußersten Rechten in den USA und Europa verschickt. Das schreibt zumindest der "Tagesspiegel". Unter den Adressaten soll auch die rechtsextreme deutsche NPD gewesen sein. Glaubt man den Aussagen im Manifest, dann hält Breivik allerdings reichlich wenig von der deutschen Rechten. Er sehe in ihr keine islamfeindliche Partei von Bedeutung. Das Düsseldorfer Landeskriminalamt (LKA) bestätigte, dass das monströse Dokument auch an deutsche Quellen verschickt worden ist. Der "Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus" in Dortmund berichtete wiederum, Neonazis in der Stadt seien die Empfänger gewesen, was die Stellungnahme des zuständigen LKA Düsseldorf erklären würde.

Von der "Islamisierung" Europas

Zwar existiert in Deutschland eine vielschichtige rechtsextreme Szene, zu der nach Angaben des Verfassungsschutzes 2010 etwa 25.000 Menschen gehörten und in der die These der angeblichen "Islamisierung" Europas als Kampfbegriff verwendet wird. Doch ebenso sicher ist, dass es gerade in der deutschen Rechten auch ein Solidarisierungspotential für Muslime gibt - so sie denn Palästinenser sind und gegen die Besatzung in Israel kämpfen. Keine Partner also für Breiviks "Resistance".

Gibt es überhaupt Beweise für seinen organisierten Widerstand? Bekannt ist, dass der Norweger früher Mitglied der rechtspopulistischen norwegischen Fortschrittspartei war. Zudem ist er Extremismusexperten zufolge seit 2009 bei dem schwedischen Internetforum "Nordisk" angemeldet gewesen, das von rechten Gruppen genutzt wird - von Neonazis ebenso wie von Abgeordneten der rechtspopulistischen "Schwedendemokraten"-Partei.

Ein "ethischer Nationalist"

Was will Breivik wirklich, der sich laut seines Anwalts "im Krieg" sieht? Nach Ansicht des Terrorexperten Helge Lurås wird in seinem Manifest deutlich, dass er an eine geheime europäische Verschwörung von Frankreich und anderen großen Ländern glaube, die eine Allianz zwischen Europa und dem Islam schaffen müsse. Der Osloer Terrorismusexperte am Norwegischen Institut für Auslandspolitik meint, Breivik zeige sich ganz klar als "ethnischer Nationalist". Gleichzeitig sei er aber auch "ein Gegner des Nationalsozialismus", sagt Lurås.

Als Vorbilder sehe Breivik Länder wie Südkorea, Japan und Taiwan, erklärt Lurås. Sie seien Beispiele für Gesellschaften mit westlicher Prägung, die sehr bewusst monokulturell geblieben seien. Außerdem gehe der Attentäter ganz in dem auf, "was am Ende des zweiten Weltkriegs der Kampf der Konservativen gegen den Kommunismus war". Er glaube, dass der Kommunismus in der multikulturellen Gesellschaft weiterlebe.

Eine Breitling-Uhr für das Terror-"Geschenk"

Breivik wird in der Öffentlichkeit als konservativer Christ dargestellt - das sei dem Manifest zufolge aber nicht korrekt, meint Lurås. "Er sagt selbst, dass er nicht gläubig ist, nicht an den christlichen Gott glaubt." Das kulturelle Element des Christentums aber halte der Attentäter für einen fundamentalen Teil der europäischen Identität. Breivik selbst sehe sich nicht als Terroristen, sondern als politisch motivierten Kämpfer, der seinen Hauptfeind angegriffen habe ohne eine Straftat zu begehen.

Vielleicht schreibt er deswegen, dass sein Manifest ein "Geschenk" sei. Eines, das ihn in den vergangenen neun Jahren rund 300.000 Euro gekostet habe, inklusive eines Montblanc-Füller und seiner Breitling-Uhr, die er verkauft habe, um der Menschheit die Augen öffnen zu können - und den Sprengstoff zu besorgen, mit dem er seinen Anschlag in Oslo beging. Ein Gericht wird nun entscheiden müssen, was Anders Behring Breivik für sein Terror-"Geschenk" bekommen soll.

mit DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.