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Kopfwelten: Riskantes politisches Fremdeln

Seit etwa zwanzig Jahren sinkt das politische Interesse unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das ist nicht nur ein Problem dieser Generation, sondern eine Gefahr für unsere gesamte Gesellschaft.

Von Frank Ochmann

Nur um die 35 Prozent der 15- bis 24-Jährigen fühlen sich vom Treiben in Parteien und Parlamenten angesprochen

Nur um die 35 Prozent der 15- bis 24-Jährigen fühlen sich vom Treiben in Parteien und Parlamenten angesprochen

"Es ist doch egal, wer Wahlen gewinnt. Die Belange normaler Bürger spielen sowieso keine Rolle." Wer so denkt, hat sich "politisch entfremdet", wie Experten für unsere geistigen Befindlichkeiten sagen. Für Jugendliche scheint die innere Abwendung besonders stark zuzutreffen. Nicht nur bei uns, aber auch bei uns.

Seit der deutschen Wende vor zwanzig Jahren ist das in regelmäßigen Abständen gemessene politische Interesse unter Jugendlichen auf inzwischen geradezu beängstigende Werte gesunken. Fühlten sich bei uns 1991 noch 57 Prozent der 15- bis 24-Jährigen vom Treiben in Parteien und Parlamenten angesprochen (ähnlich hoch war das auch in den Jahren davor), liegt dieser Anteil im ausgehenden Jahrzehnt nur noch um die 35 Prozent.

Entsprechend folgt nach jeder Wahl das gleiche öffentliche Gejammer: Wenn doch die Jugend nur interessierter wäre! Auch nach der letzten Europawahl war es wieder so. Dabei ging auch von den Älteren nicht einmal jeder Zweite zur Urne. Es braucht nicht viel Phantasie um sich Lamentos über die angeblich politisch desinteressierte Jugend auch schon für die Zeit nach der Bundestagswahl Ende September vorzustellen. Was soll nur werden ...

Wie es so geworden ist, hat sich eine deutsche Forschergruppe angesehen, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler, angeführt vom Psychologen Burkhard Gniewosz von der Universität Würzburg, konzentrierten sich auf die beiden Lebensfelder, in denen Heranwachsende den größten Teil ihres Alltags verbringen und wo sie demzufolge auch den stärksten Einfluss erfahren müssten: Elternhaus und Schule.

Parteienverdrossen statt politikverdrossen

Zuerst ist es wichtig, genau hinzusehen, denn "Politik" ist für sich genommen ein Wischiwaschibegriff. Was zum Beispiel oft als "Politikverdrossenheit" durch Parlamentsreden und Medien geistert, passt nicht zu der Beobachtung, dass sich viele Jugendliche durchaus "sozial" engagieren. Das reicht von der ganz konkreten Nachbarschaftshilfe bis zu Umweltprojekten oder dem Einsatz für Entwicklungsländer und gegen die Globalisierung. Natürlich sind solche Aktivitäten Teil der "Politik", auch wenn sie um die staatlichen Institutionen zumeist einen großen Bogen machen.

Wer also glaubt, es sei egal, welcher Kandidat oder welche Partei eine bestimmte Wahl gewinnt, der ist deshalb nicht gleich "politikverdrossen", sondern erst einmal nur "parteienverdrossen" oder gar der kompletten politischen Kaste entfremdet. Deshalb ist die beobachtete innere Abwendung Jugendlicher nicht einfach eine "politische", sondern eine von den "politischen Autoritäten". Prägend ist dafür auch die Erfahrung mit den unmittelbaren Autoritäten: mit Lehrern und Eltern.

Wichtig ist, wie etwas gesagt

Für die Schulen fanden die Forscher einen Einflussfaktor, der zugleich einen ersten Weg aus der beklagten Entfremdung weist: Schüler, denen im tagtäglichen Umgang respektvoll verständlich gemacht wurde, warum sich ein Lehrer genau so und nicht anders verhielt, zogen zwischen sich und den "Autoritäten" nicht so schnell einen Graben wie im Fall autoritären Befehlens von oben herab. Die viel versprechende Alternative dazu ist allerdings nicht eine Basisdemokratie, nicht Laissez-faire, sondern ein Verhältnis, das von Transparenz und Verlässlichkeit bestimmt ist. Ein derart "reifes" Klima wirkt sich dann auch auf die Art aus, wie Jugendliche anderen Autoritäten außerhalb der Schule begegnen. Nicht die Autorität an sich erweist sich also als problematisch, sondern die Art, wie sie ausgeübt wird.

Was aber nützt das prima Klima an der Schule, wenn es dann zu Hause nicht stimmt? Ziel ist aus psychologischer Sicht auch dort eine "sichere Bindung", ein Verhältnis zu den Eltern also, das einem Kind oder Jugendlichen zum Beispiel Schutz und Geborgenheit verspricht, wenn es einmal hart und stressig im Leben wird. Geht es allerdings bei aller möglichen Klarheit und Verlässlichkeit elterlicher Entscheidungen - beides wichtige Bedingungen - wie auf dem Kasernenhof zu, führt das bei den Jungen ziemlich sicher zu einer Abneigung gegen jede Form von Autorität. Wie schon bei der Schule ist auch zu Hause das Problem nicht einfach die Frage, wer das Sagen hat. Wichtiger ist, wie etwas gesagt wird und warum.

Allerdings kann auch im besten Fall das Ergebnis politischen Lernens deprimierend sein: Sind die Eltern zum Beispiel selbst "entfremdet", können also mit "denen da oben" nichts anfangen und halten sich selbst für machtlos im politischen Treiben, wird der nach Wegweisung suchende Nachwuchs höchstwahrscheinlich zur selben Einschätzung kommen. Das brachte die Studie klar zutage. Dass es sich bei den beteiligten Schulen ausschließlich um solche in Thüringen handelt, ändert kaum etwas an der Allgemeingültigkeit der Befunde. Vergleichbare Ergebnisse zeigten sich sogar international.

Jugend spiegelt die Haltung der Elterngeneration wider

Vor allem das darf uns das Fürchten lehren: In der weit verbreiteten Abneigung der Jungen gegenüber dem offiziellen politischen Leben bei uns spiegelt sich zu einem großen Teil die Haltung der Elterngeneration wider. Das Gefühl, als Einzelner eine kleine Nummer zu sein und so gut wie keinen politischen Einfluss zu haben, ist keines, das an eine bestimmte Generation gebunden wäre. Und darin vor allem offenbart sich die ganze Tragweite der "politischen Entfremdung": Wir haben nicht nur ein politisches Problem mit unserer Jugend und damit für die Zukunft. Wir haben längst einen tiefen Riss im Fundament unserer gegenwärtigen Gesellschaft.

Jede Autorität, die nicht auf fachlicher und menschlicher Kompetenz beruht, sondern allein aufgrund des Amtes oder der vielleicht von dicken Konten gestützten gesellschaftlichen Stellung beansprucht wird, vertieft den Graben zwischen "oben" und "unten". Der Zusammenhalt zwischen den Machthabern und denen, die sich ausgeliefert und oft genug verschaukelt fühlen, schwindet mehr und mehr. Die Folgen kann sich gerade in Krisenzeiten wie jetzt jeder leicht ausrechnen.

Weil sie selbst noch intensiv ihre Rolle im Leben und auch in der Gesellschaft suchen, haben Jugendliche ein besonderes feines Gespür für aufgeblasenes Getue vermeintlicher Vorbilder. Wer das als Politiker nicht begreift, soll sich nicht wundern und schon gar nicht beschweren, wenn Ende September vielleicht wieder ein paar Prozent mehr "der Politik" den Rücken zugedreht haben. Wie sich das verhindern lässt, ist kein Geheimnis.

Literatur:

- Banks, M. H. & Roker, D. 1994: The political socialization of youth: Exploring the influence of school experience, Journal of Adolescence 17, 3-15
- Dejaeghere, Y. & Hooge, M. 2009: Citizenship concepts among adolescents. Evidence from a survey among Belgian 16-year olds, Journal of Adolescence 32, 723-732
- Furnham, A. & Gunter, B. 1983: Political knowledge and awareness in adolescents, Journal of Adolescence 6, 373-385
- Gniewosz, B. et al. 2009: Political alienation in adolescence: Associations with parental role models, parenting styles, and classroom climate, International Journal of Behavioral Development 33, 337-346
- Schneekloth, U. 2006: Politik und Gesellschaft: Einstellungen, Engagement, Bewältigungsprobleme, in: Shell Deutschland Holding (Hg.) 2006: Jugend 2006 - Eine pragmatische Generation unter Druck, Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 103-144

Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg