HOME

Arktis-Insel: Eisbären umzingeln Forscher an entlegener Wetterstation

Es ist ein denkbar schlechter Ort, um von Eisbären belagert zu werden: Ein russisches Forscherteam sitzt in einer entlegenen Wetterstation auf einer Arktis-Insel fest. Vor der Tür hat sich eine ganze Horde der Raubtiere niedergelassen.

Eisbären

In der russischen Arktis leben noch zwischen 5.000 und 7.000 Eisbären

Eine Gruppe russischer Wissenschaftler hat eine Wetterstation auf einer entlegenen Insel im Nordpolarmeer tagelange nicht verlassen können. Wie die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet, werden die fünf Forscher von einer Gruppe von zehn Eisbären mit Jungen belagert, die die Gegend um die Station zu ihrem temporären Zuhause auserkoren hat. Eigentlich sollten sowohl Hunde als auch Leuchtfackeln die Raubtiere auf Distanz halten, offenbar wurde die Präsenz der Eisbären in der Region jedoch unterschätzt.

Wie die Nachrichtenagentur Tass berichtet, schläft eine Eisbärin regelmäßig unter dem Fenster der Station und einer der beiden Hunde, die die Forscher vor den Eisbären schützen sollen, wurde schon im August von einem Eisbären getötet. Zwischenzeitlich waren der Forschergruppe, die auch aus zwei Ehepaaren besteht, die Leuchtfackeln ausgegangen.

Der Leiter des Forschungsinstituts, zudem die Wetterstation gehört, sagte gegenüber TASS, dass man versuchen werde, weitere Hunde und Fackeln zu den Forschern zu entsenden. Dies hat nun offenbar geklappt: Per Hubschrauber wurden drei Hunde und Leuchtfackeln zu den Wetterforschern gebracht, wie TASS am Mittwoch berichtet. Bis das Forschungsschiff Mikhail Somov die entlegene Insel Troynoy mit weiterer Ausrüstung erreichen wird, könne jedoch noch ungefähr ein Monat vergehen.

Eisbären werden erst Anfang November weiterziehen

Die Forscher wurden angewiesen, "extreme Vorsicht" walten zu lassen und die Station nur im äußersten Notfall zu verlassen. Ihrer Arbeit könnten die Wissenschaftler zwischenzeitlich nur sehr eingeschränkt, innerhalb der Station, nachgehen. Ähnliche Situationen sollen schon früher vorgekommen sein, da die Insel von Eisbären bewohnt werde, Menschen jedoch immer wieder zu Forschungszwecken dorthin kommen. Bis die Eisbären von alleine weiterziehen, könnte noch einige Zeit vergehen: Es wird erwartet, dass die Tiere Anfang November die Region verlassen, um nach Nahrung zu suchen.

Da Eisbären unter Artenschutz stehen und als gefährdet gelten, werde nicht nur dem Schutz der Forscher sondern auch der Schutz der Tiere Priorität eingeräumt. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen und Eisbären in entlegenen Polarregionen aufeinander treffen. Die Tiere dürfen nur im absoluten Notfall getötet werden. Derzeit leben ungefähr 5000 bis 7000 der bedrohten Eisbären in der russischen Arktis.

Spektakuläres Forschungsprojekt: Die Welt aus der Sicht eines Eisbären


amt
Themen in diesem Artikel