Genforschung Erst der Mensch, nun der Affe


US-Forscher haben das Erbgut von Schimpansen entschlüsselt. Die Blaupause soll nun bei der Bekämpfung von Krankheiten helfen: Affen sterben seltener an Krebs.

US-Forscher haben eine erste Blaupause vom Erbgut des Schimpansen veröffentlicht. Das Genom des nächsten Verwandten des Menschen ist in die Datenbank GenBank der US-Gesundheitsforschungsinstitute (NIH) in Bethesda aufgenommen worden, teilten die NIH am Mittwoch mit. GenBank will die Informationen an europäische und japanische Datenbanken weitergeben. Damit sollen Forscher in aller Welt Zugriff auf die Schimpansen-Daten bekommen und diese mit den DNA-Sequenzen des Menschen vergleichen können.

Bei der US-Fassung des Affenerbguts handelt es sich um eine Arbeitsversion, wie sie vor zwei Jahren vom Genom des Menschen vorgelegt worden war. Eine vergleichende Funktionsanalyse der Gene von Mensch und Schimpanse (Pan troglodytes) soll künftig auch bei der Bekämpfung von Krankheiten helfen. Schimpansen sterben nur höchst selten an Krebs. Sie bekommen weder Malaria noch entwickeln sie die für Alzheimer typischen Hirnveränderungen.

Die Blaupause vom Schimpansen-Erbgut stammt federführend aus dem Labor von Eric Lander am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston. Sein Team im Whitehead-Institute des MIT hatte kaum mehr als ein halbes Jahr für die Arbeit benötigt. Dies sei nur durch den Einsatz der so genannten Schrotschuss-Technik möglich gewesen, die der Gen-Pionier Craig Venter entwickelt hatte. Dabei wird das Erbmaterial zunächst in Abermillionen Bausteine zertrümmert, entziffert und die Sequenz erst später wieder zusammengesetzt.


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