Hintergrund Klonen


Die ersten Schritte für das Klonen zu medizinischen Zwecken und für die Herstellung eines Klonbabys sind dieselben: Eine Eizelle wird entkernt und stattdessen das Erbmaterial einer Körperzelle eingesetzt.

Wird der Embryo in eine Gebärmutter eingesetzt, um zu einem Baby heranzuwachsen, spricht man vom reproduktiven Klonen. Auf diese Weise sind bereits zahlreiche Klontiere geschaffen worden, unter anderem das Schaf "Dolly". Für die wiederholt von Sekten und wissenschaftlichen Außenseitern verkündete Geburt menschlicher Klonbabys fehlt bislang jeder Beweis. Die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftler lehnt das reproduktive Klonen von Menschen ab.

Beim

therapeutischen Klonen

möchten die Forscher dagegen Stammzellen zu medizinischen oder Forschungszwecken aus dem Embryo gewinnen. Der Embryo wird hierbei zerstört. Ziel ist es, neues Gewebe mit dem Erbgut eines Patienten zu züchten, das nicht vom Immunsystem abgestoßen wird. Die mit dem Erbgut des Patienten versehene Eizelle teilt sich mehrfach. Am vierten Tag werden daraus Stammzellen entnommen, wodurch der Embryo zerstört wird. Die Stammzellen sollen so programmiert werden, dass sie verschiedene Gewebearten wie Herzmuskeln oder Nerven bilden. Das ist in ersten Tierversuchen bereits gelungen. Helfen soll dies beispielsweise einmal Parkinson-, Alzheimer-, Diabetes- und Herzpatienten.

Die rechtlichen Regelungen zum therapeutischen Klonen, auch medizinisches oder Forschungsklonen genannt, sind von Land zu Land unterschiedlich. Während Großbritannien das therapeutische Klonen ausdrücklich erlaubt hat, ist in Deutschland jedes Klonen menschlicher Embryonen verboten.

DPA


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