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Extremwetter: Hitze, Starkregen, Überschwemmungen - so trifft der Klimawandel Deutschland

Wie verwundbar ist Deutschland, wenn die Temperaturen künftig weiter ansteigen? Die Folgen der Erwärmung sind regional ebenso unterschiedlich wie die Maßnahmen, die nun ergriffen werden müssen.

Von Rüdiger Braun

Hinweis: Der untenstehende Text erschien erstmals am 16. Januar 2016. Er bezieht sich auf eine Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2015, die mittelfristig spürbare Folgen des Klimawandels in Deutschlands vorhersagt. Die dort angekündigten Konsequenzen sind allerdings - so scheint es zumindest - bereits jetzt spürbar: Deutschland ächzt unter einer Hitzewelle, immer wieder kommt es nach Starkregenfällen zu Überschwemmungen und 2017 traf die schwerste Sturmflut seit zehn Jahren die deutsche Ostseeküste. 

Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichte im November 2015 eine „Vulnerabilitätsanalyse“, eine umfassende Studie zur Gefährdung durch den Klimawandel. Ergebnis: Bereits bis zur Mitte dieses Jahrhunderts werden Hochwasserrisiken und hitzebedingte Gesundheitsprobleme zunehmen. In den Ballungsräumen in Ostdeutschland und im Rheintal kann es künftig im Jahr bis zu 25 heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad geben. Bislang waren es zehn bis zwölf.

Sturmtief Xaver sorgte im Dezember 2013 am Hafen in Neuharlingersiel in Niedersachsen für eine Sturmflut. Durch den Klimawandel werden solche Bilder immer öfter zu sehen sein.

Sturmtief Xaver sorgte im Dezember 2013 am Hafen in Neuharlingersiel in Niedersachsen für eine Sturmflut. Durch den Klimawandel werden solche Bilder immer öfter zu sehen sein.

Im Norden drohen häufiger Sturmfluten und Flusshochwasser. In Süddeutschland erwarten die Experten eine Zunahme von Starkregen (über 20 Liter/m2 pro Tag). Vor allem in den Alpen wird sich die Tier- und Pflanzenwelt verändern. Ein Insekt wie die Alpen-Smaragdlibelle wird vermutlich aussterben, während sich eingeschleppte Arten wie die Krankheiten übertragende Tigermücke weiter ausbreiten. Ab 2050 erleben wir voraussichtlich im Sommer öfter Trockenperioden – eine Herausforderung für die Land- und Forstwirtschaft.

Erste Maßnahmen: Höhere Deiche, weniger Monokulturen

Bund, Länder und Kommunen haben angefangen, erste Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die jedoch längst nicht ausreichen dürften. So werden die Deiche an den Küsten um 50 Zentimeter erhöht. Flüsse erhalten mehr Raum, damit sie über die Ufer treten können, Dämme werden zurückverlegt. Förster verabschieden sich von Monokulturen, die besonders an- fällig für Trockenheit sind und experimentieren mit wärmeliebenden Baumarten. Stadtplaner erforschen, wie sich Hitzewellen abmildern und besser managen lassen.

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rös
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?