journal Keine neuen Schutzgebiete für die Meeressäuger


Am zweiten Tag ihrer Jahresversammlung hat die Walfangkommission beschlossen, die Schutzgebiete für Wale nicht auszuweiten.

Die Internationale Walfangkommission hat es am Dienstag, dem zweiten Tag ihrer Sitzung, wie im Vorjahr abgelehnt, zwei neue Schutzgebiete für Wale im Süd-Pazifik und im Süd-Atlantik einzurichten. Obwohl die Zahl der Befürworter neuer Schutzgebiete gegenüber dem Vorjahr von 20 auf 24 zugenommen hatte, reichten die Stimmen nicht aus. Damit erlitten Länder wie Neuseeland und Australien, die für den Walschutz eintreten, eine Niederlage.

Stärkste Gegner neuer Schutzgebiete: Japan und Norwegen

Gegenwärtig gibt es nur zwei Schutzgebiete für Wale: im nördlichen und im südlichen Indischen Ozean. Nach Ansicht Japans reichen sie aus. Gemeinsam mit Norwegen vertritt Japan die Position, dass sich unter den internationalen Schutzvorkehrungen der Bestand einer Reihe von geschützten Walarten wieder erholt habe und die Säugetiere den Fischbestand vor den Küsten gefährdeten. Die Frage der Ausdehnung der Schutzgebiete löste heftige Diskussionen aus.

Fangquote für Minkwale wird nicht erhöht

Zugleich beschloss die Kommission im japanischen Shimonoseki, die Fangquoten für Minkwale nicht zu erhöhen. Eine Ausweitung des Fanges hatte Japan beantragt, das zu den eifrigsten Befürwortern des Walfangs gehört. Anträge benötigen in der Walfangkommission eine Drei-Viertel-Mehrheit. In der Minkwalfrage stimmten 21 der 45 abstimmungsberechtigten Kommissionsmitglieder gegen den Antrag Japans, pro Saison in Zukunft 150 Exemplare der als gefährdet eingestuften Walart fangen zu dürfen. Unter seinem seit 1987 laufenden »Forschungsprogramm« darf Japan vor seinen Küsten bisher 100 Minkwale pro Saison fangen.

Island bleibt die Vollmitgliedschaft weiterhin versagt

Am ersten Tag ihrer fünftägigen Konferenz hatte die Kommission es abgelehnt, Island wieder die volle Mitgliedschaft in der Organisation einzuräumen. Mit der Aufnahme hätte sich das Kräfteverhältnis in der Organisation zu Gunsten der Befürworter des Walfangs verschoben. Wenige Stunden nach der Entscheidung verließ Island aus Protest die Tagung. Die Kommission hatte sechs andere Länder aufgenommen, darunter das Binnenland Mongolei.


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