Küste Alaskas Profit vor Natur


Bis heute leidet das Ökosystem Alaskas unter dem Öltanker-Unfall der "Exxon Valdez". Dennoch gibt US-Präsident Bush das Gebiet für die Ölförderung frei.

Das Ökosystem vor der Küste Alaskas hat sich nach Angaben von Greenpeace auch 16 Jahre nach der Havarie der "Exxon Valdez" nicht erholt. Trotzdem solle das Naturreservat wieder für die Ölförderung geöffnet werden, kritisierte die Umweltorganisation zum 16. Jahrestag der Katastrophe vom 24. März 1989.

Seit Jahrzehnten wolle die Ölindustrie im Naturschutzreservat "Arctic National Wildlife Refuge" von Alaska nach Öl bohren und dieses fördern. Immer wieder sei ihnen die Genehmigung verweigert worden. Doch nun habe sich Präsident George W. Bush als Befürworter im US-Senat mit knappen 51 zu 49 Stimmen durchgesetzt. Das Naturschutzgebiet, wo bisher nur Moschusochsen, Karibus und Bären leben, sei eines der artenreichsten in den USA. "Weil aber auch unter dem Boden Schätze sind, will dort nun die Ölindustrie eindringen - allen Umweltschutzprotesten zum Trotz", kritisierte Greenpeace. Alaska dürfe aber nicht den Ölinteressen von Konzernen geopfert werden.

Bei dem größten Öltanker-Unfall in der Geschichte der USA war ein vorher fast unberührtes Naturgebiet mit 40.000 Tonnen Rohöl verseucht worden. Rund 250.000 Seevögel, 2800 Seeotter und mehrere Hundert Robben starben, betonte Greenpeace. Die Ölkatastrophe wirke weiter nach, doch der Ölmulti ExxonMobil plane neue Projekte. Dabei seien die langfristigen Folgen der Katastrophe "weitaus schlimmer als bisher vermutet", sagte Karsten Smid von Greenpeace.

So hätten Umweltschützer der Organisation bei einer Recherchetour 2004 noch eimerweise Ölrückstände von der "Exxon Valdez" unter den Steinen gefunden. "Für Seeotter, Seehunde, Wale und für viele Vogelarten stellt die Küste Alaskas ihre Kinderstube dar. In den arktischen Regionen benötigt die Natur mehr Zeit als anderswo, um sich von einer Ölpest zu erholen", erklärte Smid. Doch statt solch langfristigen Auswirkungen bei der Gefahrenabschätzung von Ölunfällen stärker zu berücksichtigen, gebe der US-Senat nun Alaska zur Ölsuche frei.

DPA DPA

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