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Mikrobe: Kubanischer Bio-Feinstaubsauger entdeckt

Man sieht ihn nicht, aber er ist überall: Feinstaub. Nach den neuen EU-Grenzwerten geht die Angst um in deutschen Städten. Doch gegen die ultrakleinen Bösewichter ist ein noch kleineres Kraut gewachsen: eine Mikrobe. Und sie hat Hunger.

Wenn in kubanischen Oldtimern die Auspuffe röcheln, fühlt sich Klebsiella pulviphagia so richtig wohl: Die Mikrobe, die von britischen Wissenschaftlern in Auspuffröhren alter Buicks auf der Insel Kuba entdeckt wurde, ernährt sich von feinsten Staubpartikeln im Nanometer-Bereich. Genau diese ultrafeinen Staubpartikel sorgen derzeit für heftige Diskussionen in Deutschland, da für sie neue EU-Grenzwerte erlassen wurden. Mehrere deutsche Städte, unter anderem Stuttgart und München, hatten diese Grenzwerte mehrfach überschritten, woraufhin einige Bürger geklagt hatten.

Auf stark verrußte Auspuffabgase spezialisiert

Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" berichten, handelt es sich bei Klebsiella um ein evolutionär sehr junges Bakterium. "Klebsiella hat sich auf stark verrußte Abgase spezialisiert, wie sie nur von Oldtimer-Automobilen produziert werden", berichten Frederick Turingdole und sein Team von der Uni Manchester. Da auf Kuba noch viele Oldtimer in Benutzung sind, hat sich Klebsiella dort stark ausgebreitet.

Wie die Forscher weiterhin berichten, scheint es so zu sein, dass die Mikrobe ihre stärkste Aktivität nur bei Geschwindigkeiten unterhalb 80 km/h entfaltet. Höhere Geschwindigkeiten hingegen scheinen den kleinen Staubsaugern stark zuzusetzen. "Bei Geschwindigkeiten oberhalb der kritischen Grenze transformieren die Bakterien in eine völlig neue Form, die einen zähflüssigen metallzersetzenden Schleim produzieren." Dieser Selektionsdruck hat vermutlich dazu geführt, dass Klebsiella sich nur in Oldtimer-Auspuffrohren angesiedelt hat und nicht in denen moderner Fahrzeuge.

Übler Schleimer

Entdeckt wurde die Mikrobe mit den aufregenden Eigenschaften auch aufgrund dieser merkwürdigen schleimproduzierenden Eigenschaft. Zahlreiche Bewohner Kubas hatten über schleimverstopfte Auspuffrohre geklagt, viele Oldtimer blieben plötzlich liegen - unter anderem auch der Buick von Staatschef Fidel Castro. Der "Maximo Lider" vermutete zunächst einen Anschlag des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA und ließ umgehend alle befallenen Oldtimer beschlagnahmen.

Turingdole, der bereits zahlreiche schleimsekretierende Mikroben in seiner Laufbahn entdeckt hatte, wurde während eines Kuba-Urlaubs durch die mysteriösen Berichte sofort hellhörig und ging der Sache nach. "Es war nicht leicht, an ein paar Bröckchen Schleim zu gelangen. Doch nach zähem Ringen und Einschalten der britischen Regierung, die Kuba im Gegenzug Sonderkonditionen für die Einfuhr von Zigarren anbot, konnten wir letztendlich an ein befallenes Auspuffrohr gelangen", berichtet Turingdole. Die Mühe hat sich gelohnt: "Der Schleim entpuppte sich für uns als wahre Goldgrube", schwärmt der Mikrobiologe.

Wie lange Klebsiella sich schon in kubanischen Auspuffrohren tummelt, darüber können die Wissenschaftler nur spekulieren. "Möglicherweise ist die Mutation schon mit dem Aufkommen der allerersten Automobile aufgetreten." Rätselhaft bleibt allerdings, weshalb auf einmal so viele Schleimverstopfungen in kubanischen Oldtimern auftauchten. "Wir vermuten, dass die Schleimverstopfungen ausschließlich in getunten Oldtimern auftraten, die weitaus höhere Geschwindigkeiten als 80 km/h erreichen. Doch das müssen wir noch genauer untersuchen."

Kuba sauber gesaugt

Auch ein anderes Rätsel konnte mit der Entdeckung von Klebsiella pulviphagia gelöst werden: Trotz der vielen Oldtimer und des starken Verkehrs war die Luft auf Kuba, insbesondere in der Hauptstadt Havanna, weitaus weniger mit Schadstoffen belastet als die anderer Metropolen gleicher Größe. Diese Tatsache hatte bei Wissenschaftlern und Umweltspezialisten stets für Verwunderung gesorgt. "Klebsiella hat auf Kuba buchstäblich staubgesaugt", schmunzelt Turingdole.

Turingdole und sein Team hegen nun die Hoffnung, Klebsiella als Bio-Katalysator genetisch so zu tunen, dass sie auch Geschmack an den Ausdünstungen moderner Fahrzeug-Auspuffe findet. "Für europäische und amerikanische Großstädte könnte das die Umwelthoffnung des 21. Jahrhunderts sein."

Jens Lubbadeh
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.