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ÖLPEST: »Prestige« verlor viel mehr Öl als offiziell zugegeben

Aus dem havarierten Großtanker »Prestige« ist bis zu seinem Untergang im Atlantik offensichtlich weitaus mehr Öl ausgelaufen als zunächst angenommen. Die spanische Zeitung »El País« berichtet von mindestens 20.000 Tonnen.

Schweröl giftiger als vermutet

Aus dem havarierten Großtanker »Prestige« ist bis zu seinem Untergang im Atlantik offensichtlich weitaus mehr Öl ausgelaufen als zunächst angenommen. Wie die spanische Zeitung »El País« am Freitag unter Berufung auf das Krisenkabinett in La Coruña berichtete, traten mindestens 20 000 Tonnen aus. Das ist doppelt so viel, wie von offiziellen Stellen bislang angegeben. Zudem sei das entwichene Schweröl auch giftiger als vermutet: Es habe einen Anteil von 2,58 Prozent Schwefel, üblich sei in Europa 1,0 Prozent. Die Helfer seien deshalb angewiesen worden, besonders vorsichtig mit dem Öl umzugehen.

Die Ölpest an der Nordwestküste Spaniens hat sich unterdessen weiter ausgeweitet. Die schwarze Flut habe auch El Ferrol erreicht, berichtete der Rundfunk am Morgen. In der Nacht hatte ein Sturm bereits einen weiteren Ölteppich in Richtung Land getrieben. Er befand sich zuletzt etwa 400 Meter vor der Hafenstadt La Coruña, wie die Behörden mitteilten. Es war zunächst allerdings unklar, ob das Öl tatsächlich aus der »Prestige« stammte. Es wies eine andere Färbung auf, so dass Fachleute mutmaßten, möglicherweise habe ein anderer Tanker die Ölpest ausgenutzt, Abfallstoffe zu verklappen oder die Tanks im Meer zu reinigen.