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1800 Tonnen Schweröl an Bord : Gestrandeter Frachter bedroht Unesco-Weltnaturerbe

Ein Havariekommando will den vor Langeoog und Spiekeroog auf Grund gelaufenen Frachter bergen. Doch ein erster Termin musste verschoben werden. Droht jetzt eine Naturkatastrophe im Wattenmeer der Nordsee?

Spaziergänger laufen dick eingepackt am Strand entlang, Kinder lassen Drachen steigen. Auf der Insel Spiekeroog herrscht am Dienstag entspannte Feiertagsstimmung. Doch immer wieder schweift der Blick der Urlauber beunruhigt über das Meer. Seit Sonntagabend liegt der havarierte Frachter "Glory Amsterdam" zwischen Langeoog und Spiekeroog auf Grund. Dass sich die Bergung schwierig gestaltet, macht Touristen wie Einheimischen zunehmend Sorge. 

"Das ist wie im Schlick im Watt", sagt Dieter Mader vom Inselmuseum Spiekeroog. "Wenn man da mit dem Gummistiefeln einsinkt, sinkt man immer tiefer ein. Und irgendwann kommt man nicht mehr raus. " Der Museumsleiter hat wenig Hoffnung, dass die Bergung gelingt. "Ich gehe davon aus, dass das Schiff dort liegen bleibt. Nach meinem Gefühl ist es verloren", sagt Mader.

Sollte das Schiff zerbrechen, bevor Diesel und Schweröl abgepumpt sind, "droht eine mittlere Naturkatastrophe", mahnt er. Vor allem Spiekeroog wäre betroffen - die Flut würde das Schweröl direkt auf die Insel zutreiben.

Bei den Insel-Gastgebern geht die Angst um

Der Leiter einer der Spiekerooger Ferienunterkünfte sagt: "Wenn es zu einem Ölaustritt käme, wäre das eine Katastrophe für uns. Ich hoffe, sie bekommen den Frachter so los." 

Die Inselgruppe Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge wurde in diesem Jahr bereits von drei großen Herbststürmen erfasst; am Sonntag war auf Wangerooge ein großer Teil des Badestrands weggeschwemmt worden.

Die "Glory Amsterdam" war am Sonntag mit zwei ausgebrachten Ankern manövrierunfähig im Meer getrieben. Wegen des starken Seegangs durch das Sturmtief "Herwart" konnten die Anker nicht gehoben werden, schließlich lief der Frachter auf Grund.

1800 Tonnen Schweröl sind an Bord des Schiffes, das gut zwei Kilometer vor der Inselkette liegt. Die sollen allerdings nach dem neuesten Bergungsplan vorerst nicht abgepumpt werden, wie das Havariekommando in Cuxhaven mitteilte: "Das Havariekommando hat im Einvernehmen mit dem Bergungsunternehmen und den Fachberatern eine Risikoanalyse über den Verbleib des Kraftstoffs an Bord durchgeführt. Demnach stellt das Leichtern des Schweröls und des Marinediesels eine höhere Gefahr dar, als der Verbleib an Bord." Die Schlepper "Fairmount Summit" und "Union Manta" seien auf dem Weg zum gestrandeten Frachter. Zunächst planen die Bergungsspezialisten, das Ballastwasser der "Glory Amsterdam" abzupumpen und den Frachter so leichter zu machen. Der nächste Bergungsversuch soll frühestens am Wochenende stattfinden.

Öl an Bord beunruhigt Umweltschützer

Die Angst, dass die Bergung des 225 Meter langen Schüttgutfrachter nicht gelingen könnte, treibt auch Umweltschützer um. Das Öl sei "ein erhebliches Risiko für den Nationalpark Wattenmeer", mahnt der Wattenmeerexperte Hans-Ulrich Rösner von der Organisation WWF.

Das Wattenmeer der Nordsee zählt seit 2009 zum Unesco-Weltnaturerbe. Es ist eine der letzten ursprünglichen Naturlandschaften Westeuropas, ein Paradies für Zugvögel und Heimat tausender Tier- und Pflanzenarten. Der Wechsel von Ebbe und Flut schafft Lebensräume für Milliarden von Jungfischen, im Frühjahr und Herbst rasten hier mehr als zehn Millionen Zugvögel.

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Freischleppversuch gescheitert

Der WWF bekräftigt angesichts der Havarie seine Forderung nach einem weltweiten Verbot von Schweröl als Treibstoff für Schiffe. "Schweröl ist eigentlich nichts anderes als Sondermüll", sagt Rösner. "Solche giftigen Reststoffe aus den Raffinerien gehören nicht als Treibstoff aufs Meer."

Auch am Dienstag kreist am Vormittag ein Hubschrauber über dem Havaristen, zwei Schlepper liegen weiter bei dem Schiff. Ein für Montagabend geplanter Freischleppversuch war kurzfristig wieder abgesagt worden - die Wassertiefe um den Havaristen war "zu gering", wie das Havariekommando Cuxhaven mitteilte.

Im Seegebiet zwischen Langeoog und Spiekeroog gab es früher eine ganze Reihe von Schiffsunglücken, die Schiffe wurden vom Wind auf das Ufer gedrückt. An der Stelle, wo jetzt die "Glory Amsterdam" liegt, war 1920 die finnische Bark "Paul" gestrandet. Der Rettungseinsatz für die "Paul" gilt bis heute als einer der kompliziertesten in der Geschichte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Die DGRS war gegründet worden, nachdem 1854 zwischen Langeoog und Spiekeroog die "Johanne" untergegangen war - 77 Menschen starben. Die Glocke der "Johanne" hängt im Spiekerooger Inselmuseum. Einmal im Jahr kommt sie zum Einsatz: Dann erklingt für jedes Schiff, das im abgelaufenen Jahr untergegangen ist, ein Schlag. Dieter Mader hofft, dass er sie nächstes Jahr nicht auch für die "Glory Amsterdam" schlagen muss.

tib/AFP
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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