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ÖLPEST: Spezialschiffe verstärken Kampf gegen Ölpest vor Galizien

Spezialschiffe aus Spanien, Frankreich und den Niederlanden haben am Montag ihren Kampf gegen die Ölpest vor Galizien verstärkt.

Unterstützung aus Deutschland erwartet

Spezialschiffe aus Spanien, Frankreich und den Niederlanden haben am Montag ihren Kampf gegen die Ölpest vor Galizien verstärkt. Nachlassende Stürme erleichterten die Arbeit 150 Kilometer vor der Küste, wie das spanische Innenministerium mitteilte. Der Todeskampf tausender Seevögel ging indessen weiter. Bislang konnten dort erst rund 1.200 der mindestens 11.000 aus der »Prestige« ausgetretenen Tonnen Schweröl beseitigt werden. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe forderte ein baldiges Verbot von Einhüllen-Tankern.

Unklar war weiter, ob aus der gesunkenen »Prestige«, die ebenfalls nur mit einer Hülle fuhr, noch Öl ausläuft. Die Zeitung »La Voz de Galicia« in La Coruna meldete am Montag, dass ein neuer Ölteppich die Küste schon in dieser Woche erreichen könnte. An den Stränden mühten sich die Helfer am Montag weiter, den Ölfilm zu beseitigen und verölte Vögel zu retten. Die Behörden weiteten das Fischfangverbot auf einen Küstenstreifen von rund 500 Kilometern aus.

Weitere Spezialschiffe wurden am Dienstag vor Ort erwartet, darunter neben der deutschen »Neuwerk« auch Schiffe aus Großbritannien, Belgien und den Niederlanden. Die 80 Meter lange und 18 Meter breite »Neuwerk« ist das größte deutsche Schiff für die Ölbekämpfung auf hoher See.

Stolpe kündigt neuen Vorstoß zu früherem Verbot von Einhüllen-Tankern an

Angesichts des Tankerunglücks kündigte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe einen neuen Vorstoß für ein baldiges Verbot so genannter Einhüllen-Tanker bei der EU-Verkehrsministerkonferenz in der kommenden Woche an. »Bis 2015 kann nicht mit diesen unsicheren einwandigen Tankern herumgekarrt werden«, sagte der SPD-Politiker am Montag im Norddeutschen Rundfunk. Fristen von über zehn Jahren seien »unzumutbar«. Zugleich betonte Stolpe die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Tankersicherheit. »Wir brauchen stärkere Kontrollen in den Häfen und auch unterwegs.«

Zwei Tankerunglücke vor China

Vor der chinesischen Küste ereigneten sich am Wochenende zwei neue Tankerunglücke, wie die Behörden und die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag meldeten. In Nordchina wurde der in Malta registrierte Tanker »Tasman Sea« von einem chinesischen Schiff gerammt. Um das mit 80.000 Tonnen Öl beladene Schiff bildete sich ein rund fünf Kilometer langer Ölteppich vor der Küste von Tianjin im Bohai-Meer. Zur Bekämpfung der Ölverschmutzung wurden Schiffe zur Unfallstelle entsandt.

Vor Hongkong brannte am Montag der mit 20.000 Tonnen Flüssiggas beladene Tanker »Gaz Poem«. Schwerer Seegang verhinderte das Löschen der Flammen. Ein Sprecher des Seenotrettungszentrums in Hongkong teilte mit, heftiger Wind habe aber auch verhindert, dass die Flammen vom Maschinenraum der »Gaz Poem« auf Tanks und Ladung übergreifen. Das Explosionsrisiko steige aber, wenn der Wind sich drehe. Das Feuer war am Samstag 50 Kilometer östlich von Hongkong aus ungeklärter Ursache ausgebrochen. An der Küste befindet sich ein Atomkraftwerk. Die Besatzung der »Gaz Poem« war bereits am Samstag evakuiert worden.