Raumfahrt Russland legt Weltraumtourismus auf Eis


Russland hat wegen des Absturzes der US-Raumfähre „Columbia“ seine Pläne für weitere Touristenflüge ins All auf Eis gelegt.

Ein Sprecher der Raumfahrtbehörde Rosaviakosmos sagte am Dienstag, die Kapazitäten müssten jetzt auf die Versorgung der Internationalen Raumstation ISS konzentriert werden. Dies habe Vorrang vor kommerziellen Flügen. „Weltraumtourismus hat keine Priorität“, sagte ein Rosaviakosmos-Sprecher, „zuerst kommen die staatlichen Interessen, dann die kommerziellen.“

Russland hat bislang zwei zahlende Weltraumtouristen ins All befördert: den Amerikaner Dennis Tito und den Südafrikaner Mark Shuttleworth. Beide zahlten mehrere Millionen Dollar und füllten so die knappen Kassen der russischen Raumfahrtbehörde.

Nach dem Unglück der „Columbia“ und wegen des damit verbundenen Startverbots für die anderen Raumfähren hängt die Versorgung der ISS jetzt von russischen „Sojus“-Raumschiffen und „Progress“-Transportern ab. Die Progress-Kapseln sind nur für Gütertransporte geeignet. Für dieses Jahr hat Russland vier bis fünf Flüge zur ISS geplant, muss diesen Plan aber möglicherweise aufstocken.

Russischer Raumfrachter dockt an ISS an

Der russische Raumfrachter „Progress M-47“ hat am Dienstag an die Internationale Raumstation ISS angekoppelt. Das Andockmanöver sei plangemäß um 15.50 Uhr Mitteleuropäischer Zeit gelungen, teilte die russische Flugleitzentrale in Koroljow bei Moskau mit. Der Frachter versorgt die ISS mit Vorräten an Treibstoff und Lebensmitteln. Nach dem Absturz der Raumfähre „Columbia“ müssen die Raumfahrtbehörden der USA und Russlands neu entscheiden, wie lange die gegenwärtige ISS-Besatzung auf der Station bleiben soll.


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