Tierseuche Geflügelpest in Deutschland?


Wochenlange Vorsichtsmaßnahmen könnten umsonst gewesen sein. Kam die Geflügelpest über die niederländische Grenze? Auf Testergebnisse wird noch gewartet.

Die Geflügelpest könnte nun doch auch Deutschland erreicht haben. Wegen eines Verdachtsfalls sind bei Viersen nahe der niederländischen Grenze 32.000 Masthähnchen getötet worden. Eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums in Düsseldorf sagte, es müssten möglicherweise mindestens 41.000 weitere Tiere getötet werden, die auf Geflügelbetrieben im Umkreis von drei Kilometer um den betroffenen Hof gehalten werden. Gestern hatte die Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn noch verkündet, dass sich die Situation bei der Geflügelpest entspannt habe, und daraufhin das Flugverbot für Brieftauben wieder gelockert.

Umfassende Vorsichtsmaßnahmen getroffen

Im Umkreis von einem Kilometer um den Verdachtsbetrieb wurde eine Sperrzone gebildet, die Feuerwehr legte eine Desinfektionsschleuse um den Betrieb. Nicht nur im Betrieb, sondern auch innerhalb einer inzwischen auf drei Kilometer ausgeweiteten Zone muss sämtliches Geflügel getötet werden. In einem weiteren Radius von zehn Kilometern um den betroffenen Hof muss Geflügel im Stall bleiben, Transporte beispielsweise von Eiern sind verboten. Für ganz Nordrhein-Westfalen wurde zudem festgelegt, dass in einem 72-Stunden-Zeitraum weder lebende Hühner noch Hühnergülle oder Bruteier transportiert werden dürfen. Bis endgültig sicher ist, ob wirklich Geflügelpest vorliegt, wird von den Behörden gehandelt, als sei die Pest ausgebrochen.

Untersuchungsergebnisse abwarten

Noch ist unklar, ob es sich wirklich um einen Ausbruch der Geflügelpest handelt. Sie war vorher in den Nachbarländern Belgien und Niederlande aufgetreten. Allerdings befürchtet die Bundesregierung offenbar ein Übergreifen der Geflügelpest auf Deutschland. "Die Ergebnisse durch den Schnelltest weisen darauf hin, dass es sich um Geflügelpest handelt", sagte der Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, Alexander Müller. Nach Angaben des Viersener Kreissprechers hat ein Schnelltest des Veterinärsuntersuchungsamts Krefeld ein positives Ergebnis gebracht. Die Auswertung der Ergebnisse der Untersuchung dauere allerdings vier bis sieben Tage - dann gäbe es Gewissheit. In den Niederlanden, wo die Seuche vor zwei Monaten ausbrach, wurden nach deutschen Angaben inzwischen 25 bis 26 Millionen Tiere getötet.

Für Menschen im allgemeinen ungefährlich

Für Menschen ist das Virus, das bei Geflügel zu fiebrigen Erkrankungen führt, im allegemeinen wenig gefährlich. Tierärzte jedoch tragen Schutzkleidung; in den Niederlanden starb vor zwei Wochen ein Tierarzt an einer Lungenentzündung, die durch die Geflügelpest-Erreger verusacht worden sein könnte.


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