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Wetter-Bilanz: 2008 - viel zu warm und viel zu trocken

Heiß, heißer, 2008: Dieses Jahr war eines der wärmsten seit Beginn der Wetterstatistik 1901. Im Durchschnitt lag die Temperatur bei 9,8 Grad und damit nur ganz knapp unter dem Hitze-Rekordjahr 2000. Zudem war es viel zu trocken. Klimaforscher warnen vor einem verhängnisvollen Trend.

Das Jahr 2008 war eines der wärmsten seit Beginn der Wetterstatistik 1901. Gut zwei Wochen vor dem Jahreswechsel liegt der Temperaturschnitt bei 9,8 Grad und damit nur knapp unter dem Rekord von 9,9 Grad aus dem Jahr 2000, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Dienstag bilanzierte.

Außerdem war das Jahr zu trocken - es fielen nur 93 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Den Wärmerekord aus dem Jahr 2000 kann das laufende Jahr allerdings nicht mehr übertreffen: "Aller Voraussicht nach wird der Temperaturschnitt bis Jahresende noch um ein paar Zehntel sinken. Am Ende wird 2008 wohl das viert- bis siebtwärmste Jahr gewesen sein", sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux.

Der typisch deutsche Sommer mit wechselhaftem Wetter - sogar Tornados registrierten die Experten - habe einen Temperaturrekord verhindert: "Wir hatten nicht gerade einen Jahrhundertsommer und einen eher kühlen September - sonst wäre der Rekord aus dem Jahr 2000 möglicherweise geknackt worden", sagte Lux.

Sollten die Temperaturen in den letzten Tagen des Jahres nicht in den Keller stürzen, dürften von den sieben wärmsten Jahren seit 1901 bereits fünf auf das neue Jahrtausend entfallen - nämlich 2000, 2007, 2002, 2006 und eben 2008. "Das ist ein deutlicher Hinweis auf den Klimawandel", sagte Lux. Klimaexperten müsse diese auffällige Häufung Kopfschmerzen bereiten.

Düsseldorf-Benrath am heißesten

Die höchsten Durchschnittstemperaturen des Jahres 2008 gab es in Heidelberg, Berlin-Alexanderplatz und Stuttgart-Neckartal mit jeweils 12 Grad. Der Temperaturrekord ist Düsseldorf-Benrath (35,6 Grad) nicht mehr zu nehmen. Mit durchschnittlich 740 Liter Regen oder Schnee pro Quadratmeter gab es im laufenden Jahr lediglich 93 Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Die Zahl der Sonnenscheinstunden lag bis Dienstagmittag bei 1.599 und damit um drei Prozent über dem Mittelwert.

In Grönland, Alaska und der Antarktis sind seit 2003 Eismassen von mehr als zwei Billionen Tonnen geschmolzen. Dies geht aus neuen Satellitendaten der US-Raumfahrtorganisation Nasa hervor. Mehr als die Hälfte der an Land geschmolzenen Eismassen entfielen auf Grönland, sagte Nasa-Geophysiker Scott Luthcke am Dienstag und bezog sich dabei auf Messungen des Satelliten "Grace".

Im laufenden Jahr werde der Eisverlust in Grönland zwar erheblich sein, aber nicht so dramatisch ausfallen wie 2007. In Alaska habe die Eismenge in diesem Jahr aufgrund beträchtlicher Schneefälle zwar leicht zugenommen. Seit 2003 seien hier aber 400 Milliarden Tonnen Eis verloren gegangen. Wissenschaftler betrachten grundsätzlich längere Zeiträume, um allgemeine Rückschlüsse auf den Klimawandel zu ziehen.

Weiter Chance auf weiße Weihnacht

Das Wetter bleibt im Vorweihnachts-Endspurt unbeständig und nasskalt. Oberhalb von 300 bis 800 Metern fallen die Niederschläge als Schnee, sonst als Regen, wie der Deutsche Wetterdienst vorhersagte. Am (morgigen) Mittwoch dehnen sich die Niederschläge aus dem Südwesten über die Mitte bis in den Osten Deutschland aus. Im Süden und in der Mitte gibt es Schnee oder Schneeregen, nach Nordosten hin Regen. In Sachen weißer Weihnacht sind die Experten noch unsicher: Weitgehend trockenes Wetter sei ebenso möglich wie Schnee bis ins Flachland.

AP / AP