HOME

Milde Temperaturen: Wetterdienst erklärt Winter für beendet

Die kalte Jahreszeit war noch gar nicht richtig da - und wird schon verabschiedet: Der Deutsche Wetterdienst erwartet keinen Wintereinbruch mehr. Bislang sei es zu warm und trocken gewesen.

Frost und Schnee sind laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) vorerst nicht mehr zu erwarten.

Frost und Schnee sind laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) vorerst nicht mehr zu erwarten.

Winter ade: Die kalte Jahresezeit verabschiedet sich, ohne richtig dagewesen zu sein. "Es sieht so aus, als sei es das gewesen", sagte Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD). "Da kann nicht mehr viel nachkommen." Im Großen und Ganzen seien die vergangenen Wochen zu mild gewesen, zu frostarm und natürlich habe es zu wenig geschneit für einen gewöhnlichen Winter.

"Auf die Jahreszeit gesehen war es etwa 2,5 Grad wärmer als normalerweise in diesen Monaten", sagte Lux. In Thüringen, Sachsen und Bayern seien es sogar deutlich über 3 Grad gewesen. "Abgerechnet wird am Schluss, aber vom heutigen Stand aus war der Winter außergewöhnlich mild. Er bekommt einen Platz unter den Top Ten seit 1881", sagte der DWD-Wetterexperte.

Der Winter-Boykott wird vor allem beim Blick auf die Tage mit Schneefall, Frost oder Eis deutlich. Zählten die Meteorologen im Winter 2012/2013 noch Schnee an 36 Tagen und frostige Temperaturen an 58 Tagen, so waren es im scheidenden Winter ein Dutzend Schnee- und nur 35 Frosttage. Durchgehenden Frost registrierte der DWD an 5 Eistagen in diesem Winter, im vergangenen Winter waren es dagegen 28.

Ostern dieses Jahr wohl milder

Das Online-Portal wetter.net zog bereits im Januar eine ähnliche Bilanz. "Es bleibt für die Jahreszeit überwiegend zu mild", schrieb Diplom-Meteorologe und Redaktionsleiter Dominik Jung. Diesen Trend erklärte er mit der sogenannten Westwindwetterlage, die diesen Winter dominierte. Das bedeute, dass das Wetter vom Atlantik komme, der die Luft aufheize. Aus diesem Grund erreichten uns in Europa hauptsächlich milde Temperaturen - während auf der anderen Seite des Atlantiks in Nordamerika Frost und Kälte wochenlang für Chaos sorgten.

Dass es wie vergangenes Jahr an Ostern kälter werden könnte als an Weihnachten, hält Jung für unrealistisch. Denn in diesem Jahr liegt der Ostersonntag drei Wochen später als im vorherigen. "Dass wir 10 Tage vor dem 1. Mai noch tiefwinterliches Wetter in Deutschland haben, dürfte eher unwahrscheinlich sein", schrieb Jung.

kis/DPA / DPA