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Blitzeinschlag bei "Rock am Ring": So verhalten Sie sich bei einem Unwetter richtig

51 Verletzte, zwei Menschen mussten reanimiert werden: Das Musikfestival "Rock am Ring" wurde von Blitzen heimgesucht. So verhalten Sie sich in einem Unwetter richtig - und schützen sich vor gefährlichen Blitzen.

Die Unwetter über Teilen Deutschlands halten auch am Wochenende an

Die Unwetter über Teilen Deutschlands halten auch am Wochenende an

Ein Blitzeinschlag hat beim Festival "Rock am Ring" in der Eifel 51 Menschen verletzt. "15 sind schwer verletzt worden. Zwei davon wurden erfolgreich reanimiert", sagte ein Polizeisprecher. Ein Gewitter schlug am Freitagabend direkt über dem Flugplatz Mendig in Rheinland-Pfalz zu. Die Musiker-Auftritte wurden etwa 90 Minuten unterbrochen. Rund 90.000 Fans harrten aus. Bereits vergangenes Jahr gab es nach Blitzeinschlägen 33 Verletzte.

Die momentane Unwetter-Serie wird am Wochenende auch noch andauern: Vor allem in Teilen von Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erwartete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag weiter heftige Gewitter mit Starkregen. Örtlich müsse mit 25 bis 40 Litern Regen pro Quadratmeter gerechnet werden. Über die Heftigkeit der Unwetter, die zurzeit über Deutschland toben, staunen Meteorologen. Ausmaß und Dauer seien "absolut außergewöhnlich", hieß es vom DWD.

Wie schützt man sich vor Blitzen?

Im Schnitt werden in Deutschland laut DWD im Jahr zwei Millionen registriert. Die Stromstärke kann im Blitzkanal kurzzeitig bis zu 400.000 Ampere betragen, innerhalb weniger Millisekunden erhitzt sich die Luft dort auf rund 30.000 Grad Celsius. Zum Vergleich: Die Temperaturen auf der Oberfläche der Sonne sind etwa sechsmal niedriger. Immer wieder werden auch Menschen vom Blitz getroffen. "Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zwar auf das ganze Leben gesehen nicht größer als sechs Richtige im Lotto", sagt Gerhard Lux, Diplom-Meteorologe beim DWD. "Aber das Risiko steigt natürlich, wenn ich in ein Gewitter gerate und mich falsch verhalte."

Wer von einem in freier Natur überrascht wird, sollte daher Folgendes beachten:

  • Am besten ist es, ein festes Gebäude - bestenfalls mit einem Blitzableiter - aufzusuchen. Auch ein Auto bietet Schutz. Fenster unbedingt schließen!
  • Bäume, hohe Türme, Masten und Metallzäune besser meiden. Wer sich gerade in der Nähe aufhält, sollte sich möglichst weit davon entfernen - mindestens hundert Meter.
  • Der Spruch "Eichen musst du weichen, Buchen sollst du suchen" ist Quatsch. Der Blitz macht keinen Unterschied zwischen den Baumarten. Bäume daher generell meiden.
  • Auch Baden ist bei Gewitter lebensgefährlich. Das Wasser sollte sofort verlassen werden.
  • Wenn möglich, feuchte Böden meiden. Nicht auf den Boden legen oder breitbeinig platzieren. In diesem Fall würde sich zwischen Gliedmaßen Spannung aufbauen. Diese entlädt sich, indem der Strom durch den Körper fließt.
  • Auf freiem Feld: Eine Kuhle suchen und sich möglichst klein machen. In die Hocke gehen, die Füße eng zueinander stellen, mit den Armen umschlingen und den Kopf einziehen.
  • Im Gebirge bilden sich Gewitter besonders schnell. Bestenfalls zügig eine Schutzhütte aus Stein aufsuchen. Eine Holzhütte bietet keinen Schutz vor einem Blitz. Falls die Zeit dafür nicht mehr reicht: Schutzhaltung einnehmen.
  • Wer mit dem Fahrrad oder Motorrad unterwegs ist, sollte absteigen und sich in einigen Metern Abstand zu dem Zweirad aufhalten.

Wer ein Gewitter herannahen sieht, kann mit einer Faustformel berechnen, wie viel Zeit ihm noch bleibt, um sich in Sicherheit zu bringen: Denn wo es blitzt, donnert es auch. Allerdings bewegt sich der Schall langsamer durch die Luft als das Lichtsignal. Wer wissen will, wie weit das Gewitter entfernt ist, muss daher die Sekunden zwischen einem Blitz und dem dazugehörigen Donner zählen und diese durch drei teilen. Sind es weniger als fünf Sekunden, sollte man Schutz suchen, rät . Denn dann ist der Blitz nur noch gut anderthalb Kilometer entfernt.


lea

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