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Insel-Evolution Zwerg-Elefanten aus Sizilien schrumpften radikal auf zwei Meter Höhe

Die szizilanischen Elefanten sind Miniaturausgaben ihrer großen Verwandten.
Die szizilanischen Elefanten sind Miniaturausgaben ihrer großen Verwandten.
© Commons
Dass die gigantischen Elefanten im Mittelmeerraum recht kleine Verwandte besaßen, ist schon länger bekannt. Doch nun ermittelten Forscher, wie diese Mini-Elefanten entstanden sind.

Vor etwa 300.000 Jahren wanderten große Elefanten der Art Palaeoloxodon antiquus aus dem Norden, einem Gebiet im heutigen Deutschland, aus und siedelten sich in Sizilien an. Dort angekommen verloren sie ihre imposante Größe in einem sehr kurzen Zeitraum. Jede Generation schrumpfte um vier Zentimeter und verlor 200 Kilogramm Gewicht.

Am Ende waren die Mini-Elefanten, Palaeoloxodon mnaidriensis, nur noch zwei Meter hoch und wogen 1,7 Tonnen. Ihre germanischen Vorfahren brachten es noch auf zehn Tonnen und 3,7 Meter Höhe. Der Zwerg-Elefant nahm also 8000 Kilogramm ab und verlor fast zwei Meter Höhe. Er wies schließlich nur noch 15 Prozent seiner ursprünglichen Körpermaße auf, als der Verkleinerungsprozess abgeschlossen war. Auf den Menschen bezogen würde es bedeuten, dass er von heutiger Größe auf die Dimension eines Resus-Äffchens schrumpft. Forscher haben nun ermittelt, wie es dazu kam.

Überraschende Geschwindigkeit 

Die Studie, an der die Nottingham Trent University, die Universität Potsdam und das Naturhistorische Museum beteiligt waren, verwendete molekulare und fossile Beweise, um die Verzwergungsrate der Art zu bestimmen. Dazu hat das Team DNA aus den Überresten der Zwergelefanten aus der Puntali-Höhle auf Sizilien geborgen. "Durch die Kombination von alter DNA mit paläontologischen Beweisen können wir den Zeitpunkt der beobachtbaren evolutionären Veränderungen mit größerer Genauigkeit aufzeigen", sagt Dr. Axel Barlow von der Nottingham Trent University. "Als Nachkommen von Riesen gehören die ausgestorbenen Zwergelefanten zu den faszinierendsten Beispielen der Evolution auf Inseln.“

Das Ausmaß der Schrumpfung und die enorme Geschwindigkeit dabei überraschten die Forscher. Das Team glaubt, dass die großen Elefanten Sizilien irgendwann zwischen 200.000 und 70.000 Jahren kolonisiert hatten. Die Besiedlung Siziliens fand wahrscheinlich in Zeiten kalten Klimas statt, als der Meeresspiegel niedriger war und Landbrücken freigelegt wurden, die die Elefanten zur Überquerung des Wassers genutzt haben könnten.

Insel-Effekt

Aufgrund der isolierten Umgebung kann die Evolution auf Inseln zu extremen Veränderungen in einem relativ kurzen Zeitrahmen führen. Andere Forschungen nehmen an, dass sich Säugetiere auf isolierten Inseln etwa dreimal so schnell entwickeln wie ihre kontinentalen Gegenstücke. Diese schnelle Entwicklung werden durch die kleine Anfangspopulation und Bedingungen erklärt, die einen anderen Selektionsdruck erzeugen als auf dem Festland.

Am Ende blieb die Anpassung erfolglos, die Mini-Elefanten starben vor 19.000 Jahren aus.

Quelle: Current Biology


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