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"Extrem hohe Bedrohung": US-Bürger und Briten sollen Jemen sofort verlassen

Die USA und Großbritannien nehmen Warnungen vor einem Terroranschlag auf westliche Einrichtungen weiterhin sehr ernst. Beide Staaten forderten ihre Bürger auf, den Jemen schnellstens zu verlassen.

Die USA und Großbritannien haben am Dienstag ihre Bürger im Jemen aufgefordert, das Land unverzüglich zu verlassen. Als Grund wurde auf der Internetseite des US-Außenministeriums die andauernde Gefahr von Anschlägen angeführt. Auch alle Botschaftsangehörigen, die nicht zur Aufrechterhaltung eines Notbetriebes nötig seien, sollten das Land auf der arabischen Halbinsel verlassen. Das US-Außenministerium spricht von einer "extrem hohen Bedrohung". Auch die Regierung in London hat die Botschaftsmitarbeiter abgezogen; die Vertretung des Landes in der Hauptstadt Sanaa bleibt geschlossen. Auch die Briten sehen "wachsende Sicherheitsbedenken".

Nach Warnungen der USA haben mehrere westliche Staaten ihre Botschaften im Jemen bis auf weiteres geschlossen, darunter auch Deutschland. Hintergrund sind nach einem Bericht der "New York Times" abgefangene Nachrichten zwischen dem neuen al-Kaida-Chef Aiman al Sawahiri und Nasser al Wuhaischi, der die Gruppe al Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) führt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am Mittag, die Sicherheitsdispositionen und der Personalbestand würden laufend überprüft. Nähere Angaben machte sie "nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen" nicht.

Drohenangriff verschärft die Lage zusätzlich

Die Sicherheitslage im Jemen wurde am Dienstag durch einen Drohnenangriff verschärft, bei dem nach amtlichen Angaben mindestens vier mutmaßliche al-Kaida-Kämpfer getötet wurden. Einer der Getöteten stand auf einer Liste von 25 Terrorverdächtigen, die die jeminitische Regierung in der Nacht zum Dienstag veröffentlich hatte. Im Jemen hat es wiederholt US-Drohnenangriffe auf Ziele der al Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) gegeben, die als eine der aggressivsten Ableger der Extremistenorganisation gilt. Die USA unterstützen auch die jemenitische Regierung mit Geld und logistischer Hilfe im Kampf gegen die Extremisten.

steh/dho/AFP/Reuters/DPA / DPA / Reuters