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"Friendly Fire"-Zwischenfall: Afghanische Soldaten sterben bei Nato-Luftangriff

Bei einem Luftangriff der Nato auf einen Kontrollposten sind Soldaten der afghanischen Armee getötet worden.

Bei einem NATO-Luftangriff sind am Samstag nach Angaben der Kabuler Regierung vier verbündete afghanische Soldaten getötet worden. Die internationale Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) sprach von einem "bedauerlichen Zwischenfall" und kündigte eine Untersuchung an.

Das Kabuler Verteidigungsministerium erklärte, die Verantwortlichen müssten ermittelt und bestraft werden. Nach Angaben der ISAF und des afghanischen Verteidigungsministeriums ereignete sich der Zwischenfall am Samstagmorgen um 03.00 Uhr bei einem abgelegenen Kontrollpunkt an einer Gebirgsstraße in der Provinz Wardak.

ISAF-Soldaten, die von einem Einsatz gegen die Taliban zurückkehrten, seien von der afghanischen Besatzung des Kontrollpunktes unter Beschuss genommen worden, sagte ein ISAF-Sprecher, Brigadegeneral Eric Trembley. Die Einheit, die auch von afghanischen Soldaten begleitet worden sei, habe das Feuer erwidert und Luftunterstützung angefordert.

Bei dem Luftangriff wurden vier afghanische Soldaten getötet und sieben weitere verletzt. Ein Sprecher der Provinzregierung sagte, der Zwischenfall gehe auf ein Missverständnis zurück, ohne Einzelheiten zu nennen.

Im November vergangenen Jahres waren bei einem Feuergefecht zwischen Verbündeten acht Afghanen - vier Soldaten, drei Polizisten und ein Übersetzer - getötet worden. Ein afghanischer Übersetzer erschoss unterdessen nach Angaben aus NATO-Kreisen zwei US-Soldaten und tötete sich danach selbst. Das wurde am Samstag bekannt. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar.

APN / APN
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