Abdullah Öcalan Unbestätigte Berichte über Ende der Isloationshaft


Die Türkei hat offenbar die seit zehn Jahren bestehende und international kritisierte Isolationshaft von Kurdenführer Abdullah Öcalan beendet. Türkische Medien berichteten am Dienstag, fünf Häftlinge seien auf die Gefängnisinsel Imrali vor Istanbul verlegt worden.

Die Türkei hat offenbar die seit zehn Jahren bestehende und international kritisierte Isolationshaft von Kurdenführer Abdullah Öcalan beendet. Türkische Medien berichteten am Dienstag, fünf Häftlinge seien auf die Gefängnisinsel Imrali vor Istanbul verlegt worden, wo Öcalan seit seiner Festnahme 1999 inhaftiert ist und eine lebenslange Haftstrafe verbüßt. Der 60-Jährige war bislang der einzige Gefangene dort. Die Beendigung der Einzelhaft hatte der Europarat von der Türkei gefordert.

Offiziell bestätigt wurde dieser Schritt zunächst aber noch nicht. Im Justizministerium hieß es, es sei zur Zeit keiner verfügbar, der Stellung nehmen könne. Und auch Öcalans Anwalt Cengiz Cicek erklärte, er könne die Berichte über die Verlegung von Häftlingen zunächst nicht bestätigen. Die Maßnahme würde aber zu anderen Schritten der türkischen Regierung passen, die sich in jüngster Zeit bemühte, den Konflikt mit der kurdischen Minderheit nach 25 Jahren blutiger Auseinandersetzungen zu friedlich zu beenden. So sollen alle noch geltenden Einschränkungen zur Verwendung der einst verbotenen kurdischen Sprache aufgehoben werden, wie Innenminister Besir Atalay in der vergangenen Woche ankündigte.

Bei den fünf Häftlingen soll es sich um Mitglieder von Öcalans verbotener Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) handeln. Sie wurden am Dienstag in die Hafenstadt Mudanya gebracht, wo sie ein Schiff in Richtung Imrali bestiegen, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Drei weitere Häftlinge sollten zu einem späteren Zeitpunkt folgen, meldete die Nachrichtenagentur Dogan und andere Medien. Schon seit Monaten wurde auf Imrali an neuen Gebäuden zur Aufnahme weiterer Häftlinge gearbeitet. Es wird vermutet, dass Öcalan die anderen Gefangenen etwa zehn Stunden in der Woche treffen darf.

Öcalan ist den meisten Türken verhasst, unter den Kurden hat er aber immer noch viele Anhänger und großen Einfluss. Es wird vermutet, dass er durch seine Anwälte Anweisungen nach draußen schickt.

AP AP

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